Vertriebs- und Werbeverbote "Jung Brutal Gutaussehend 3": Album von Kollegah und Farid Bang auf Index

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Die Rapper Kollegah (links) und Farid Bang feierten im April ihren Echo. Der Musikpreis wurde kurz darauf abgeschafft. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpaDie Rapper Kollegah (links) und Farid Bang feierten im April ihren Echo. Der Musikpreis wurde kurz darauf abgeschafft. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa 

Bonn. Nach den Skandalen um die Gangster-Rapper Kollegah und Farid Bang ist deren Album "JBG 3" auf dem Index gelandet.

Das Album "Jung Brutal Gutaussehend 3" von Kollegah und Farid Bang ist von der Bundesprüfstelle auf die Liste der jugendgefährdenden Medien genommen worden. Das sei am Donnerstag in mündlicher Verhandlung entschieden worden, teilte die Prüfstelle mit. 

Die Entscheidung soll am 28. September in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt gelten umfangreiche Vertriebs- und Werbeverbote. Zu den Gründen will sich die Bundesprüfstelle erst Ende September äußern. 

Farid Bang und Kollegah waren trotz Antisemitismus-Vorwürfen mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet worden. Besonders kritisiert wurde die Liedzeile "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen". Die Verleihung des Musikpreises Echo an die beiden Rapper hatte für einen Skandal gesorgt, der schließlich zur Abschaffung der Auszeichnung führte. Etliche Musiker hatten zuvor ihre Echo-Preise aus Protest zurückgegeben. 

Besuch in Ausschwitz

Mit einem Besuch im ehemaligen Konzentrationslager in Ausschwitz versuchten die beiden Künstler ihren Ruf wieder herzustellen. Der Vizepräsident des Ausschwitz-Komitees, Christoph Heubner, der die Rapper begleitet hatte, sagte damals: "Für die Auschwitz-Überlebenden ist der Besuch der Rapper eine Genugtuung und auch eine Geste an ihre jungen Fans, dass Hass, Menschenverachtung und Antisemitismus in keiner Kunst einen Platz haben sollten."

Das Album war Ende 2017 erschienen und stieg auf Platz eins der deutschen Albumcharts ein. Insgesamt hielt es sich 33 Wochen lang in den Charts.


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