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06.09.2018, 16:54 Uhr KOMMENTAR ZUM EUROPA-SCHWERPUNKT 2018

Tag des offenen Denkmals: Europäer verbinden

Kommentar von Louisa Riepe

Beim Tag des offenen Denkmals werden auch die Porträts der Gesandten im Friedenssaal Osnabrück zu sehen sein. Foto: Gert WestdörpBeim Tag des offenen Denkmals werden auch die Porträts der Gesandten im Friedenssaal Osnabrück zu sehen sein. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Für den Tag des offenen Denkmals haben die Organisatoren in diesem Jahr das Thema "Entdecken, was uns verbindet" gewählt. Diesen Europa-Schwerpunkt zu setzen, ist vor dem Hintergrund der politischen Uneinigkeit wichtig und richtig.

Europa ist politisch so gespalten, wie seit fast 30 Jahren nicht mehr: Staatschefs streiten über die Flüchtlingsaufteilung, Regierungen halten Grundrechte für verhandelbar und nationalistische Parteien verzeichnen regen Zulauf. Ganz zu schweigen vom geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU.

In so einer Zeit ist es wichtig und richtig, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beim Tag des offenen Denkmals dieses Mal einen Europa-Schwerpunkt setzt. Besucher sollen entdecken, welchen Einfluss Stile, Materialien und Baumeister aus den Nachbarländern in Deutschland hatten. Marmor aus Italien, Farbpigmente aus dem Orient oder Fliesen aus Delft würden heute nicht unsere historische Bauten und Stätten zieren, wenn die Erbauer sie nicht vor mehreren hundert Jahren schon überregional eingekauft hätten.

Mit dieser Themensetzung erinnert die Stiftung Denkmalschutz an einen Kerngedanken der Europäischen Union: das gemeinsame kulturelle und geschichtliche Erbe der Menschen, egal ob sie aus Essen, Marseille oder Valletta kommen. Es gerät derzeit vor dem Hintergrund der zweifellos wichtigen politischen Debatten leider oft in Vergessenheit. Dabei hätte es das Potenzial, die Europäer einander wieder näher zu bringen. 


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