Kommentar: Demokratie Kampf dem Kurzschluss

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Spannende Spielzeitkonzepte entwickelt seit Jahren das Osnabrücker Theater. Im Bild das Leitungsteam um Intendant Ralf Waldschmidt (3. v. links).  Foto: André HavergoSpannende Spielzeitkonzepte entwickelt seit Jahren das Osnabrücker Theater. Im Bild das Leitungsteam um Intendant Ralf Waldschmidt (3. v. links). Foto: André Havergo

Osnabrück. Der neue Stuttgarter Intendant Axel Preuß hat recht: In Zeiten starker politischer Spannung sollten zumindest alle öffentlich geförderten Theater dabei helfen, die Demokratie zu festigen – ein Kommentar.

Engagierte Spielzeitkonzepte zeigen allerdings längst: Viele Theater wissen, welche gesellschaftliche Aufgabe ihnen mehr und mehr aktuell zuwächst. Sie setzen sich intensiv mit Werten auseinander, die gerade in Bedrängnis geraten: Freiheit, Aufklärung, Toleranz, Meinungsfreiheit, Menschenrechte und vieles mehr.

In Zeiten mit viel politischer Spannung fehlen oft Zeit, Geduld, Gelassenheit oder die Kraft für das, was wir Kultur nennen: Gesprächskultur, Umgangsformen, Empathie, Rücksicht. Der Kurzschluss bekommt wieder mehr Oberwasser.

Das ist nicht nur bedauerlich, sondern auch gefährlich: Der differenziert Denkende droht nach und nach sein Mitspracherecht zu verlieren. Theater als Freiräume für einen nicht interessengebundenen öffentlichen Diskurs sind enorm wichtig, um dem entgegenzusteuern. Auch wenn die besonders Demokratieverdrossenen wohl kaum regelmäßig ins Theater gehen.


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