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02.09.2018, 14:06 Uhr KOMMENTAR

Ist die Ruhtriennale 2018 kulinarisch?Oder gehaltvoll?

Kommentar von Ralf Döring

Zurücklehnen und genießen? Das erlaubt die Ruhrtriennale 2018 eher nicht. Foto: Ursula KaufmannZurücklehnen und genießen? Das erlaubt die Ruhrtriennale 2018 eher nicht. Foto: Ursula Kaufmann

Bochum. Stefanie Carps erste Ruhrtriennale hat in etwa die Halbzeit erreicht - nach einem holprigen Start. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz.

Mit Kulinarik hat Stefanie Carps Ruhrtriennale wenig am Hut. Wir erinnern uns: Carps Vorgänger Johan Simons hat seinem Publikum fantastische Opern und Konzerte präsentiert: „Pelléas et Mélisande“ und die Marienvesper, Haydns „Schöpfung“ und Wagners „Rheingold“, alles mehr oder weniger abgestimmt auf die Zechen und Industriehallen im Ruhrgebiet. Doch ohne die Triftigkeit, mit der die neue Intendantin ihr Publikum konfrontiert.

Damit entschädigt sie für den holprigen Start ihrer Ruhrtriennale. Das Publikum hat die Querelen ohnehin ins Reich der Anekdoten geschoben, und über die verunglückte Podiumsdiskussion spricht auch keiner mehr. Zu den Akten darf man die Vorfälle allerdings noch nicht legen, denn Carps Probleme sind Probleme des gesamten Kulturbetriebs.

Die antiisraelische Organisation BDS steht für den Versuch, den Kulturbetrieb zu instrumentalisieren. Dem sollte sich die Kunst entgegenstellen: In dem sie mit ihren Mitteln Positionen formuliert. Bei der Ruhrtriennale 2018 gelingt das schon sehr gut. Rein kulinarisch ist das nicht –aber sehr gehaltvoll.


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