Die schönsten Fotos des Konzerts Die Toten Hosen feiern mit 40.000 Fans in Minden

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Minden. Auf ihrer Deutschland-Tournee „Laune der Natour“ haben die „Toten Hosen“ im ostwestfälischen Minden ein Konzert gegeben – und dort mit ihren Fans ein wildes Familienfest gefeiert, bei dem allerdings auch die aktuellen Ereignisse in Chemnitz eine Rolle spielten.

Samstagabend, 20.45 Uhr: Mit einem ihrer ältesten Songs, „Opel-Gang“ aus dem Jahr 1983, starten die „Toten Hosen“ in das Konzert auf Kanzlers Weide, nahe der Weser in Minden. „Auswärtsspiel“ (2002), „Niemals einer Meinung“ (1993) und „Laune der Natur“ vom gleichnamigen aktuellen Album folgen. Dieser Auftakt gibt die Richtung vor: Klassiker aus der mehr als 35-jährigen Bandgeschichte wechseln sich mit neuen Stücken ab. Vom Sauflied „Eisgekühlter Bommerlunder“ (1987) über die Hymne „Tage wie diese“ (2012) bis zum Echo-prämierten „Wannsee“ (2017) würfeln die „Hosen“ ihr Repertoire zusammen.

Mühelos vereinen Sänger Campino, die Gitarristen Andreas „Kuddel“ von Holst und Michael „Breiti“ Breitkopf, Bassist Andreas „Andi“ Meurer sowie Vom Ritchie am Schlagzeug von Beginn an die Menge. 40.000 Fans, viele Generationen: Man entdeckt den kleinen, vielleicht achtjährigen Dötz mit den großen Baustellen-Ohrenschützern. Daneben seine Mama, Anfang 30. Das junge Pärchen, das den Auftritt hauptsächlich auf dem Smartphone-Display verfolgt. Der leicht angegraute Typ in den Vierzigern neben dem Endfünfziger mit dem recht eng sitzenden Fan-Shirt. Alle zusammen feiern sie ein Fest. Eine große Familienfeier, zu der „Attaque 77“, „The Undertones“ und „Wanda“ zu Beginn den musikalischen Aperitif serviert haben.

Statement zu Chemnitz

Und wie es so ist, wenn sich die Familie trifft: Es werden zwischendurch auch aktuelle Themen angesprochen. In Chemnitz, so ruft Campino, sei „ein abscheulicher Mord passiert“. Doch das rechtfertige nicht die Reaktionen, die Hetze „gegen jeden, der einem nicht deutsch genug aussieht“. Unter dem Motto „Wir sind mehr“ treten die „Toten Hosen“ am Montag zusammen mit Marteria, Casper,Kraftklub und weiteren Künstlern in Chemnitz auf, um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. „Wir würden uns freuen, wenn Ihr dann alle wieder dabei seid“, wünscht sich Campino.

Es wird das vierte Konzert der „Hosen“ innerhalb einer Woche sein. Am Mittwoch Auftritt in Berlin, Freitagabend Konzert in der „Stadt aus Stahl“ (Ferropolis) im sachsen-anhaltinischen Gräfenhainichen, 24 Stunden später und zwei Tage vor Chemnitz nun also Minden. Verschleißerscheinungen sind nicht zu spüren. Die „Toten Hosen“ zeigen sich überaus spielfreudig. Mehr als zwei Stunden lang powern die Düsseldorfer durch. Mal laut, mal leise, rockig, punkig, balladesk.

„You’ll never walk alone“ - dann ist Schluss. Vom Band kommt noch, deutlich leiser, „Kein Grund zur Traurigkeit“: Geschrieben von Wolfgang „Wölli“ Rohde, bis 1999 Hosen-Drummer. Er starb 2016, doch beim Familienfest der Toten Hosen denkt man auch an ihn.

Sänger Campino rief die Fans dazu auf, am Montag nach Chemnitz zu kommen: Dort geben die Toten Hosen zusammen mit anderen Künstlern ein Konzert gegen Fremdenfeindlichkeit. Foto: André Havergo

Viele weitere Fotos vom Konzert der Toten Hosen finden Sie in unserer Bildergalerie


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