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01.09.2018, 06:21 Uhr KOLUMNE

Brötchen gegen Bargeld? Nicht in den Niederlanden

Von Joachim Schmitz

Im schönen Groningen kann man so manche Überraschung erleben - auch beim Brötchenkauf. Foto: Joachim SchmitzIm schönen Groningen kann man so manche Überraschung erleben - auch beim Brötchenkauf. Foto: Joachim Schmitz

Osnabrück. In unserer wöchentlichen Kolumne „Silberblick“ berichtet die Kulturredaktion über mehr oder weniger skurrile Beobachtungen aus Alltag und dem Kulturleben. In dieser Woche geht es um den Kauf von Brötchen in den Niederlanden. Und ums Thema Plastikmüll. Denn das hängt zuweilen enger zusammen als man denkt.

Woanders ist anders. Um das zu erfahren, muss man nicht weit reisen, es reicht ein Besuch im holländischen Groningen. Da ist zum Beispiel die Diskussion um Plastikmüll offenbar überhaupt noch nicht angekommen – im Supermarkt ist bis auf die Kassiererinnen so ziemlich alles in Plastik verschweißt. Und auf dem Markt bekommt man seinen Aufschnitt auf einer Plastikschale in einer Plastiktüte gereicht.

Unter den Aufschnitt gehört zum Frühstück natürlich ein Brötchen – und das zu kaufen ist im schönen Groningen auch ziemlich speziell. Nur ein paar Hundert Meter von unserer Bleibe entfernt gibt’s einen Bäcker, dessen Schaufensterauslage schon beim ersten Blick das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Am nächsten Morgen also hin, mit exakt 101,60 Euro in bar und einer Kreditkarte in der Tasche.

Nur Kartenzahlung

2,20 Euro sollen ein Croissant und ein Mehrkornbrötchen kosten, ich habe es passend und lege meine Münzen auf den Tresen. Aber denkste – diese Bäckerei verkauft nur noch gegen Kartenzahlung. Plastikgeld. Also Karte raus, natürlich mit Touch-Funktion. Doch die Funktion funktioniert nicht, ebenso wenig das gefühlvolle Durchziehen der Karte. Ich klimpere noch mal lockend mit meinen Münzen, doch trotz eines mitleiderregenden „Alsjeblieft“ kennen die beiden Verkäuferinnen kein Erbarmen: Nee.

Mit über 100 Euro Bargeld und einer (in allen anderen Läden) funktionsfähigen Kreditkarte schleiche ich mich aus der Bäckerei – ohne ein einziges Broodje. An diesem Morgen gibt’s Aufbackbrötchen – aus der Plastikverpackung.

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