Kommentar Liebe und Zunder an der Dresdner Semperoper?

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Imposant: Die Semperoper Dresden geht an diesem Mittwoch mit einem neuen Intendanten in die neue Spielzeit. Foto: Monika Skolimowska/dpaImposant: Die Semperoper Dresden geht an diesem Mittwoch mit einem neuen Intendanten in die neue Spielzeit. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Osnabrück. Mit dieser Spielzeit übernimmt Peter Theiler die Leitung der Dresdner Semperoper. Mit seinem Musikchef Christian Thielemann verbindet ihn Vieles, aber es gibt womöglich auch fundamentale Unterschiede.

Den neuen Intendanten der Dresdner Semperoper und den Musikchef des Hauses verbindet einiges: Intendant Peter Theiler war, wie sein Chefdirigent Christian Thielemann, in Nürnberg. Und beide teilen sie die Liebe zur Musik von Richard Wagner und Richard Strauss. Gute Voraussetzungen für eine fruchtbare Zusammenarbeit? Einerseits ja.

Doch genau in der gemeinsamen Liebe liegt Zunder. Denn während Theiler Wagner und Strauss im Kontext des Dritten Reiches sieht, möchte Thielemann die Musik von politischen Konotationen lösen. Während Theiler verfemte Komponisten der NS-Zeit aufführt, pflegt Thielemann ein inniges Verhältnis zur Musik des Opportunisten und, man muss leider auch sagen: Antisemiten Hans Pfitzner.

Thielemann kann diese Musik dirigieren, weil er Werk und Schöpfer trennt. Das kann man machen, aber der neue Intendant scheint eine andere Philosophie zu verfolgen. Ob da Konflikte drohen? Jedenfalls wäre Dresden nicht die erste Station, die Thielemann im Streit verlässt.


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