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19.08.2018, 17:38 Uhr KOMMENTAR

Ruhrtriennale diskursiv: Wer ist gut, wer ist böse?

Kommentar von Ralf Döring


Osnabrück. Es gibt eine gewisse Diskrepanz in den Leitungsqualitäten von Ruhrtriennalen-Intendantin Stefanie Carp. Allerdings wird sie auch mit hohen Erwartungen konfrontiert. Ein Kommentar.

Ist die Bewegung BDS nun gut oder böse? Auch nach der Podiumsdiskussion der Ruhrtriennale scheinen die Fronten klar zu sein: Israelfreunde sagen Letzteres, wer sich eher aufseiten der Palästinenser verortet, behauptet das Erstere – so weit, so schlecht. Und schlecht bleibt der On-Off-Kurs der Intendantin Stefanie Carp im Umgang mit den Young Fathers.

Andererseits hat sie ein spannendes Programm auf die Beine gestellt und künstlerisch tolle erste Erfolge eingefahren – auf diesem Terrain bewegt sie sich offenkundig sicherer als auf dem politischen. Nun stellt sich aber schon die Frage: Muss die Kunst Fragen lösen, an denen sich die Politik vergeblich abarbeitet?

Von der Demokratie wird gern behauptet, sie müsse dieses und jenes aushalten. Wir dürfen sicher sein: Die Kunst kann das, vorausgesetzt, man bürdet ihr nicht auf, die bessere Politik zu sein. Genau dagegen wollte sich Carp wehren – und hat sich gnadenlos im Stacheldraht der Diplomatie verheddert. Aber für sie sollte noch mehr als für BDS gelten: Zwischen schwarz und weiß gibt es ein paar Abstufungen.


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