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15.08.2018, 14:54 Uhr KOMMENTAR

Blanker Unsinn: Detlev Bucks Äußerungen zur #MeToo-Debatte

Kommentar von Joachim Schmitz

Regisseur Detlev Buck. Foto: dpa/Jens KalaeneRegisseur Detlev Buck. Foto: dpa/Jens Kalaene

Osnabrück. Regisseur Detlev Buck ist der Ansicht, das Drehen erotischer Szenen sei durch die #MeToo-Debatte "wahnsinnig schwer" geworden. Das klingt, als hätte sich ein Filmlaie und nicht ein versierter Regisseur geäußert.

Kein Zweifel, die #MeToo-Debatte ist richtig und wichtig. Aber je länger sie andauert, desto mehr überflüssige Äußerungen gibt es auch dazu. In diese Kategorie gehören zumindest manche der Einlassungen, die Detlev Buck jetzt von sich gab.

Wenn der Regisseur es als „wahnsinnig schwierig“ bezeichnet, heutzutage eine erotische Szene zu drehen, und sich ernsthaft überlegt, dafür Anwälte hinzuzuziehen, hat er das eigentliche Problem entweder nicht erfasst, oder aber er macht ein ziemlich unangebrachtes Witzchen darüber. Denn so wie er sich äußert, können eigentlich nur Laien denken.

Viele Zeugen

Szenen sexueller Belästigung spielen sich ganz sicher nicht beim Dreh erotischer Szenen ab – da sind neben den Darstellern und dem Regisseur auch Regieassistenten, Kameraleute, Tontechniker, Beleuchter und noch ein paar Menschen mehr im Raum. Mehr Zeugen können an einem Filmset kaum versammelt sein.

Nein, sexuelle Belästigung findet hinter verschlossenen Türen statt, unter vier Augen, unbeobachtet von allen anderen. Gerade das macht sie ja so perfide und schwer nachweisbar. Und das sollte auch ein erfahrener Regisseur wie Detlev Buck wissen. Stattdessen erzählt er von angeblichen Filmsets, bei denen man sich nicht mehr in die Augen sehen darf. Was für ein Unsinn.


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