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12.08.2018, 16:16 Uhr KOMMENTAR

Wem nützt das Boykott-Ping-Pong bei der Ruhrtriennale?

Kommentar von Ralf Döring

Hat nichts mit der Ruhrtriennale zu tun: Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU). Foto: Rolf Vennenbernd/dpaHat nichts mit der Ruhrtriennale zu tun: Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU). Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Osnabrück. Die Ruhrtriennale kommt nicht zur Ruhe: Jetzt hat Christoph Marthaler zum Dialog aufgerufen. Der wäre auch bitter nötig; andernfalls profitieren diejenigen, denen es die Kritiker der Intendantin Stefanie Carp am wenigsten wünschen.

Die Situation bei der Ruhrtriennale ist völlig verfahren. Der Intendantin Stefanie Carp kann man das nicht mehr allein vorwerfen: Die nächste Eskalationsstufe hat CDU-Ministerpräsident Armin Laschet gezündet. Er boykottiert das Festival, weil Carp die Young Fathers nicht boykottiert. Jetzt hat sich Regisseur Christoph Marthaler eingeschaltet, um Carp vor dem – wirklich grotesken – Vorwurf des Antisemitismus zu schützen und Laschet zum Dialog aufzufordern.

Gut gedacht, nur: Kann Laschet umschwenken und gleichzeitig sein Gesicht wahren? Setzt er sich dann, wie Carp, dem Vorwurf des Antisemitismus aus? Die jüdischen Verbände beobachten jedenfalls argwöhnisch, was sich bei der Ruhrtriennale tut.

Die Folge: Alle reden über-, aber nicht miteinander; den Schaden haben die Politik, das Festival und die jüdischen Verbände. Denn der israelkritischen bis -feindlichen BDS-Bewegung spielt das Boykott-Ping-Pong wunderbar in die Hände. Die will ja genau das: dass Kultur- und jüdische Institutionen ihre Verbindungen kappen.


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