Kritik an Ministerpräsident Laschet Christoph Marthaler unterstützt Ruhrtriennale-Chefin

Von dpa

Seit Längerem
              in der Kritik: Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp (rechts). Jetzt erfährt sie Unterstützung von Regisseur Christoph Marthaler. Foto: dpa/MarcelSeit Längerem in der Kritik: Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp (rechts). Jetzt erfährt sie Unterstützung von Regisseur Christoph Marthaler. Foto: dpa/Marcel

Bochum. Zum Dialog um die Ruhrtriennale ruft Regisseur Christoph Marthaler auf. In einem offenen Brief an den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet kritisiert er außerdem den Antisemitismus-Vorwurf an Intendantin Stefanie Carp.

Die in eine Antisemitismusdebatte verwickelte Intendantin der Ruhrtriennale, Stefanie Carp, bekommt Rückendeckung von Mitwirkenden des Kulturfestivals. Weiterlesen: Ein Werk von William Kentridge eröffnet die Ruhrtriennale

In einem offenen Brief an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kritisiert der Schweizer Musiktheater-Regisseur Christoph Marthaler die Absage des Politikers. Marthaler und das Ensemble der Ruhrtriennale-Produktion „Universe, incomplete“ baten darin um eine „respektvolle, die Umstände der Ereignisse korrekt einordnende Auseinandersetzung mit der entstandenen Problematik sowie gelebte Wertschätzung“.

Dazu gehöre, dass der Ministerpräsident persönlich komme und „nicht durch Verweigerung eine Symbolik betreibt, die alle kritische Auseinandersetzung verunmöglicht“, schreibt Marthaler.

Carp werde durch die Antisemitismusvorwürfe zu Unrecht diskreditiert. „Wenn es eine den unterstellten Tendenzen des Antisemitismus absolut entgegenstehende, dafür im wahrsten Sinne des Wortes kosmopolitisch agierende Persönlichkeit im Bereich des Theaters gibt, dann ist dies für mich Stefanie Carp“, betont er in dem Schreiben.

Kurz vor Beginn der Ruhrtriennale in der vergangenen Woche hatte Laschet seine Teilnahme an dem Kulturfest abgesagt. Hintergrund ist der Streit um die Teilnahme der schottischen Band „Young Fathers“. Sie steht der sogenannten BDS-Bewegung nahe, die für einen Boykott Israels eintritt (auf Deutsch: Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen). Carp hatte die Band erst eingeladen, dann ausgeladen und schließlich, nach massiver Kritik, wieder eingeladen. Am Ende sagten die Musiker ihren Auftritt selbst ab. Das Kulturfestival in den alten Industrieanlagen des Ruhrgebiets dauert bis 23. September.


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