Sommerflimmern mit „Lemon Tree“ auf dem Meyerhof Ein Fest für die Zitrone

Von Marie-Luise Braun

Leichtfüßiger Film: „Lemon Tree“ auf dem Meyerhof in Belm. Foto: Thomas OsterfeldLeichtfüßiger Film: „Lemon Tree“ auf dem Meyerhof in Belm. Foto: Thomas Osterfeld

Belm . 500 Gäste füllten den Meyerhof in Belm beim Sommerflimmern am Wochenende. Passend zum gezeigten Film „Lemon Tree“ gab es vielerlei Köstlichkeiten aus der Frucht zum Probieren, so dass der Abend einem Fest der Zitrone glich.

„Sommernachtstraum mit Zitronenbaum“ hat die Familie Meyer zu Belm den Abend betitelt, zu dem sie in der Reihe „Sommerflimmern“ auf ihren Biohof in Belm eingeladen hat. Mit Ausnahme der Band „Soulscape“, die mit funkig-souligen Klängen den Beginn untermalt, ist alles auf das Programm abgestimmt, in dessen Mittelpunkt der Film „Lemon Tree“ steht.

Eben noch hat sich Salma (Hiam Abbass) das Kopftuch über die Haare gelegt, doch dann streicht sie es entschlossen herunter und öffnet ihrem Anwalt Ziad (Ali Suliman) die Tür. Dabei sollte sie fremden Männern doch immer mit bedecktem Haar begegnen. Und nicht erst hier ist zu ahnen, dass sich zwischen den beiden ein Knistern anbahnt. „Lemon Tree“ ist ein leiser Film, der von Gesten, Blicken und dem Handeln der Protagonisten lebt und dennoch auf diese Weise zahlreiche Themen erläutert: Den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern, das Verhältnis von Männern und Frauen in dieser Region, Glaubensgrundsätze, die Schwierigkeit einer Liebe zwischen einer älteren Frau und ihrem jungen Anwalt.

Vordergründig dreht sich die Geschichte um einen Zitronenhain. Salma hat ihn von ihrem Vater geerbt. Nach dem Tod ihres Mannes ist es die einzige Quelle für ihren Lebensunterhalt. Doch als der Israelische Verteidigungsminister mit seiner Frau ins Haus nebenan zieht, sollen die Bäume gefällt werden. Salma wehrt sich und geht dafür bis vor den obersten Gerichtshof, der ein Urteil spricht, das letztlich niemandem hilft.

Trotz aller Symbolik erzählt der Film diese Geschichte leichtfüßig und mit hintergründigem Humor, der hier und da an die Oberfläche blitzt – beispielsweise wenn der Wachtposten „Quickie“ sich während langweiliger Schichten mit absurden Hörbüchern weiterbildet oder die Kamera auf das Foto von Salmas Mann schwenkt, der seitlich am Geschehen vorbeiblickt.

Die Erzählweise von „Lemon Tree“ passt zu dem leichten Sommerabend unterm Sternenhimmel, bei dem die Familie Meyer zu Belm den 500 Gästen nicht nur Führungen über ihren Biohof, sondern auch einige Leckereien bietet: Zitronenaufstrich, Mayonnaise mit Zitrone, Kartoffeln mit Zitronencreme, Käse mit Zitronenchutney und mehr. Gelungen ist dem Landschaftsverband Osnabrücker Land und der Film- und Bildungsinitiative ein köstlicher Abend in jeder Hinsicht.


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