Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
05.08.2018, 18:42 Uhr STADT STREITET ÜBER SPIELSTÄTTEN

Opernsanierung: Das nächste „Stuttgart 21“?

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Das Opernhaus in Stuttgart. Der Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater entscheidet über ein Ausweichquartier für die Spielstätte bei einer anstehenden Renovierung. Foto: Bernd Weißbrod/dpaDas Opernhaus in Stuttgart. Der Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater entscheidet über ein Ausweichquartier für die Spielstätte bei einer anstehenden Renovierung. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Osnabrück. Stuttgart streitet über die Sanierung der Staatsoper. Kein Wunder. Es geht nicht nur um viel Geld, sondern auch das Selbstbild der Landeshauptstadt.

Dieser Betrag spaltet Stuttgart: 50 Millionen Euro für den Umbau einer alten Post zur Interimsspielstätte für die geschlossene Oper. Dafür gibt es andernorts ein ganz neues Museum. Es ist nur zu verständlich, dass Stadtväter selbst im reichen Musterländle vor solch einer Hausnummer zurückschrecken. Damit zieht sich die Sanierung des Opernhauses in die Länge. Gleichzeitig steigen die Kosten ins Unermessliche.

Hat die Landeshauptstadt im Südwesten damit ihr nächstes „Stuttgart 21“? Der Umbau der Staatsoper besitzt jedenfalls, ähnlich wie der Neubau des Bahnhofes, das Zeug zum Aufreger. Die Stadt zerfällt beim Thema Oper bereits in Fraktionen. Kein gutes Omen.

Das Beispiel zeigt, worum es bei Sanierungen oder gar Neubauten von Kulturhäusern eigentlich geht – um das Selbstbild, das Städte von sich entwerfen. Die Welle der Theatersanierungen kostet. Die Kontroversen um diese Projekte zeigen jedenfalls, wie wichtig Kulturhäuser sind. Sie prägen mit ihrer Präsenz Stadtzentren. Das gilt auch im digitalen Zeitalter.


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