Schlossgarten-Open-Air 2018 Christoph Hengholt zieht die Strippen

Von Finn Lieske

Christoph Hengholt organisiert das Schlossgarten-Open-Air.Christoph Hengholt organisiert das Schlossgarten-Open-Air.

Osnabrück. Nach dem Festival ist vor dem Festival: Als das Schlossgarten Open Air 2017 noch nicht ganz zu Ende war, startete Christoph Hengholt von der Firma Goldrush mit seinem Team bereits die Planung und Organisation der nächsten Großveranstaltung im Herzen der Stadt.

Christoph Hengholt musste schmunzeln, als die Anfrage eines Bandmanagements ihn erreichte: „Könnt ihr eine Seilbahn bauen, damit unser Künstler über den Köpfen der Besucher von der Bühne zum FOH-Turm, in dem der Sound gemixt wird, rutschen kann? Und wieder zurück?“

Pool und Basketballfeld

Besondere Wünsche von Managern hat Festival-Organisator Hengholt schon häufig gehört. So wollte Rapper Cro einen Pool und ein Basketballfeld auf dem Festivalgelände zur Verfügung gestellt bekommen, um sich die Wartezeit zwischen Soundcheck und Auftritt zu verkürzen. „Natürlich versuchen wir, solche Wünsche, wenn es irgendwie machbar ist, zu erfüllen“, sagt Hengholt. Denn in der Branche gilt die Regel: Nur ein zufriedener Künstler ist ein guter Künstler. Um den Bau einer Seilbahn kam er glücklicherweise herum, weil das Management des Künstler wohl eingesehen hat, dass es bei deren Realisation allein schon aus Sicherheitsgründen zu viele Probleme geben würde.

Schnittstelle zwischen den Beteiligten

Bei der Organisation des aktuellen Schlossgarten Open Airs scheint es keine unerfüllbaren Sonderwünsche zu geben. Hengholt wüsste es, denn bei ihm laufen die Strippen zusammen. Der gelernte Veranstaltungskaufmann bezeichnet sich selbst gern als Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Beteiligten, die in eine solche Veranstaltung involviert sind: Da sind diverse Abteilungen der Stadt Osnabrück, die Firma, die die Bühne baut, die, die für Licht und Tontechnik zuständig ist, da sind die Gastronomen auf dem Gelände und Backstage, da müssen Securities koordiniert werden, er muss mit Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften kommunizieren und letztendlich sind da schließlich die Bands und das Publikum, die auf ihre Kosten kommen möchten. Um das alles gestemmt zu kriegen, dirigiert er ein Kernteam von 20 Leuten. Jeder Mitarbeiter ist für einen bestimmten Bereich zuständig, sodass Hengholt die Aufgaben delegieren kann.

Inzwischen mit Routine

„Wenn ich im Laufe der Vorbereitung weiß, welche Bands auftreten, gehe ich langsam in die Feinarbeit“, erzählt der Organisator. Da es sich bei dem Open Air um die vierte Ausgabe am selben Platz handelt, hat sich bezüglich der Anforderungen und Abläufe eine gewisse Routine eingestellt. So braucht er beispielsweise bezüglich der Rasenabdeckung, des Bühnenaufbaus und des Sicherheitskonzepts eigentlich nur auf die Erfahrungen vom letzten Jahr zurückgreifen. „Glücklicherweise sind bei den vergangenen drei Festivals weder relevante Unfälle noch andere Zwischenfälle passiert, sodass wir das Sicherheitskonzept nur geringfügig anpassen mussten.“

Wie üblich suche einen Bombenspürhund vor dem Einlass des Publikums das Gelände ab, außerdem seien alle Zuwegungen so gesperrt, dass kein ungefugtes Fahrzeug in den Festivalbereich fahren kann, so Hengholt. Damit sich keine allzu langen Schlangen im Eingangsbereich bilden, habe man in diesem Jahr die Einlasszeit um eine Stunde vorverlegt.

Wie eine Familie

Auf die Frage, was ihm an der Organisation einer solchen Veranstaltung am meisten Spaß mache, antwortet der 29-jährige: „Ich liebe es, mit vielen verschiedenen Menschen zusammen zu arbeiten. Ich bin in unserer Firma nicht nur für das Festival verantwortlich, sondern organisiere zwischen 150 und 200 Veranstaltungen pro Jahr. Und immer treffe ich auf andere Menschen, egal ob Band oder Publikum. Beim Team ist es umgekehrt: Vom Koch, der das Essen für die Musiker kocht, bis zum Rigger, der oben in der Bühnenkonstruktion herumkraxelt: Wir sind mittlerweile eine große Familie, in der sich jeder auf den anderen verlassen kann.“


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