Mit dem Motorrad zu den Menschen Sehenswerte Doku, nicht nur für Biker: „Egal was kommt“

Von Ralf Döring

Auf dem Motorrad um die Welt: Christian Vogel.

            

              
                Foto: Busch MediaAuf dem Motorrad um die Welt: Christian Vogel. Foto: Busch Media

Osnabrück Auf Sandpisten durch die Mongolei, auf verschlammten Feldwegen in den Himalaja, unter staatlicher Aufsicht durch China, unter dem Schutz zweifelhafter Polizisten durch die Stammesgebiete in Nordpakistan: Christian Vogel fährt auf abenteuerlichen Wegen um die Welt. Und zwar mit dem Motorrad.

Auf Sandpisten durch die Mongolei, auf verschlammten Feldwegen in den Himalaja, unter staatlicher Aufsicht durch China, unter dem Schutz zweifelhafter Polizisten durch die Stammesgebiete in Nordpakistan: Christian Vogel fährt auf abenteuerlichen Wegen um die Welt. Und zwar mit dem Motorrad. Sicher fragt er sich mitunter, was er hier eigentlich tut, aber mitten in der Wüste bringt ihn das nicht weiter. Er kann nur fahren, und zwar „Egal was kommt“ – so der treffende Titel seiner Reisedokumentation.

Nach dem Tramper-Pärchen in „weit.“ nun also die Weltumrundung mit dem Motorrad. Für ein Jahr klinkt Vogel sich dafür aus, und er findet dabei eine Welt, die Billigflieger oder Aldi-Kreuzfahrt nicht erschließen. Nun ist das Motorrad längst selbst zum Massenphänomen geworden. Doch während die Best Ager samstagnachmittags durchs Sauerland brettern oder eine Woche durch die Alpen, lebt Vogel den großen Traum – und zwar allein.

Wie wenig traumhaft das sein kann, sieht man, wenn er wieder und wieder seine 300 Kilogramm schwere Maschine nach Stürzen hochwuchtet, wenn sich die Wüste endlos dehnt und seine Go-Pro-Kamera ein sichtlich verzweifeltes Gesicht zeigt. Das macht aber nicht die Qualität des Films aus.

Spektakuläre Biker-Bilder gibt es – auch. Im Fokus aber stehen Stationen und Menschen. Er pflegt den Kontakt zur Freundin, zu den Eltern. Er ballert mit Jägern in Alaska um die Wette, säuft mit russischen Motorradclubs, lebt mit indischen Arbeitern zusammen. Und so berichtet er in perfekt geschnittenen Bildern, mithilfe von Graphic-Novel- und Interviewsequenzen, wie sich die Reise zum Erfolg runden konnte: Dank des Rückhalts zu Hause, vor allem aber, weil er Menschen getroffen hat, die dem Fremden nicht mit Vorurteilen, sondern mit Hilfsbereitschaft begegnet sind. In diesen Tagen ist das vielleicht die wichtigste Botschaft.


Egal was kommt. D 2018.

R: Christian Vogel. D: Christian Vogel. 121 Minuten. Ab 12 Jahren. Cinema-Arthouse

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