Kommentar Verkrustete Strukturen

Von Anne Reinert

Präsident Hermann Parzinger hält die Stiftung Preußischer Kulturbesitz „wie geschaffen“ für die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung. Man mag es nicht glauben. Foto: Soeren Stache/dpaPräsident Hermann Parzinger hält die Stiftung Preußischer Kulturbesitz „wie geschaffen“ für die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung. Man mag es nicht glauben. Foto: Soeren Stache/dpa

Osnabrück. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz wehrt sich gege den Vorwurf der Behäbigkeit. Doch überzeugend ist das nicht. Denn die Besucherzahlen in ihren Häusern sinken. Vielleicht ist es Zeit für einen Führungswechsel.

Der ehemalige Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit bezeichnete seine Stadt mal als „arm, aber sexy“. Das mag für die deutsche Hauptstadt gelten. Auf die Stiftung Preußischer Kulturbesitz trifft diese Formel ganz gewiss nicht zu.

Gut, in einer Hinsicht ist die Stiftung arm, nämlich an Besuchern. 3, 65 Millionen Menschen wollten die Sammlungen in den 17 Museen der Stiftung im vergangenen Jahr sehen. Im Pariser Louvre waren es dagegen fast 9 Millionen Besucher. Generaldirektor Eissenhauer liegt richtig, wenn er feststellt, dass Paris mehr Touristen habe. Doch allein auf dieses Argument kann sich die Stiftung nicht zurückziehen. Denn offensichtlich ist, dass die Besucherzahlen in ihren Museen sinken. Dabei gehören der Stiftung zahlreiche sehenswerte Kulturgüter, die Massen an Touristen anlocken sollten.

Doch welcher Vorwurf auch immer kommt, Stiftungspräsident Parzinger weist ihn zurück. Das macht die Sache nur noch schlimmer und steht für die verkrusteten Strukturen. Dass ausgerechnet die Stiftung „wie geschaffen“ für Digitalisierung und Vernetzung sein soll, mag man nicht glauben.

Es muss sich etwas ändern. Und vielleicht bedeutet das auch, dass die Zeit von Hermann Parzinger selbst abgelaufen ist. Um zukunftsfähig zu sein, braucht die Stiftung kreative Führungsfiguren.


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