„Earth“ im Felix Nussbaum-Haus Scharfer Kontrast mit einfachsten Mitteln

Von Markus Strothmann

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Die Rauminstallation „Earth“ von Margit Rusert und Christine Vennemann im Felix-Nussbaum-Haus des Museumsquartiers in Osnabrück. Foto: David EbenerDie Rauminstallation „Earth“ von Margit Rusert und Christine Vennemann im Felix-Nussbaum-Haus des Museumsquartiers in Osnabrück. Foto: David Ebener

Osnabrück. Im Felix Nussbaum-Haus ist seit Montag die Installation „Earth“ der Osnabrücker Künstlerinnen Christine Vennemann und Margit Rusert zu sehen. Das Kunstwerk ist Teil des Programms „20 Jahre - 20 Tage“ zum 20-jährigen Bestehen des Hauses in diesem Jahr. 

Beim Betreten des Raumes fällt der große, braune, dunkelbraune Teppich ins Auge, der auf dem Boden liegt. Der könnte der Installation als Unterlage dienen, vom Kunstwerk selbst ist nichts zu sehen. Aus der Nähe aber sieht man, es handelt sich um eine penibel angeordnete, kreisrunde Scheibe aus Erde. 

Die Erde stehe für Tod und Vergänglichkeit, aber auch Neubeginn, erklärt Marit Rusert. In der symbolisierten Vergänglichkeit liege der Bezug zu Felix Nussbaums Kunst. Entsprechend dem Thema „Raum“ des diesjährigen Kulturextras soll der Kreis aus Erde einen Kontrast bilden zur Architektur des Raumes bzw. des ganzen Gebäudes. 

Form, Dreck, Duft

Die Oberfläche der Installation ist unregelmäßig, von den Künstlerinnen größtenteils von Hand so gestaltet. „Wir haben verschiedene Techniken ausprobiert, aber mit Werkzeug sah es immer zu glatt udn zu steril aus“, sagt Christine Vennemann. Die geplante Unordentlichkeit soll den Kontrast verstärken der runden Form zum eckigen, unsymmetrischen Raum. 

Ebenso das Material selbst. „Es ist auch irgendwo einfach Dreck, es entsteht ein archaischer Gegensatz zur Sauberkeit und Ordnung im Museum“, so Christine Vennemann. Dazu trägt auch der Geruch der Erde bei. Die gut funktionierende Ablüftung bändigt zwar den Duft, aber je länger man sich Raum aufhält, desto präsenter wirkt er. 

Einfachste Mittel

Als „etwas in das man eintauchen kann“, bezeichnet Christine Vennemann die Installation. Mit der entsprechenden Einstellung ist es möglich, das Erdenrund so zu fotografieren, dass das Bild ein Loch im Boden zu zeigen scheint. Mit einfachsten Mitteln haben die Künstlerinnen ein durchdachtes, aber deutungsoffenes Werk geschaffen, das nicht ist, wonach es auf den ersten Blick aussieht. 

In seiner Einfachheit provoziert die Installation auch die simple Frage, was an einem Haufen Dreck auf dem Boden Kunst sein soll. Aber das kann Christine Vennemann und Margit Rusert nur recht sein, denn wirken soll das Werk, gefallen muss es nicht.


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