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Das Bomann-Museum in Celle hat ein Gemälde 77 Jahre nach der Beschlagnahmung durch die Nazis an die Nachfahren seiner rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben. Foto: Holger Holleman/dpaDas Bomann-Museum in Celle hat ein Gemälde 77 Jahre nach der Beschlagnahmung durch die Nazis an die Nachfahren seiner rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben. Foto: Holger Holleman/dpa

Osnabrück. Das Celler Bomann-Museum hat ein von den Nazis geraubtes Gemälde den Nachfahren seiner rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben. Doch immer noch gibt es in Sammlungen und Museen viele gestohlene Kunstwerke. Ein Kommentar.

600 000 Kunstwerke haben die Nazis in den zwölf Jahren ihrer Schreckensherrschaft vor allem jüdischen Besitzern gestohlen. Zwischen 10 000 und 110 000 dieser Werke werden noch weltweit in Privatsammlungen und Museen vermutet. Es ist also noch ein weiter Weg, diese Kunst zu finden und ihren rechtmäßigen Besitzern wiederzugeben.

Denn der Raub von Kunstwerken in der NS-Zeit zählt zu den Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Nazis bereicherten sich auch noch am Hab und Gut der Menschen, die sie ermordet oder zur Flucht gezwungen hatten. Auch der Fall des niederländischen Bildes aus dem Bomann-Museum zeigt, wie noch Kapital aus den grausamen Verbrechen gezogen wurde. 6000 Reichsmark hatte ein Nazi für das Gemälde kassiert, das er zuvor völlig unrechtmäßig für weniger als ein Zehntel der Summe gekauft hatte.

Für die Nachfahren von Alfons und Hedwig Jaffé dürfte die Rückgabe eine späte Genugtuung sein. Die geraubte Kunst gehört zurück zu ihren Besitzern. Das ist ein wichtiger symbolischer Akt der Wiedergutmachung.


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