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18.07.2018, 12:32 Uhr KOMMENTAR

Verkauf von Weinstein-Imperium: Die Macht bleibt männlich

Kommentar von Anne Reinert

Harvey Weinstein vor Gericht: Die Vorwürfe wegen sexueller Gewalt gegen den Filmmogul lösten die #MeToo-Debatte aus. Foto: Jefferson Siegel/Pool The Daily News/AP/dpaHarvey Weinstein vor Gericht: Die Vorwürfe wegen sexueller Gewalt gegen den Filmmogul lösten die #MeToo-Debatte aus. Foto: Jefferson Siegel/Pool The Daily News/AP/dpa

Osnabrück. Harvey Weinsteins bankrotte Filmfirma ist verkauft worden. Doch die Machtstrukturen bleiben männlich. Ein Ende der #MeToo-Debatte ist längst nicht erreicht.

Am Ende geht es ums Geld. Diese Wahrheit scheint sich auch im Fall Harvey Weinstein zu bewahrheiten. Denn nachdem die Vorwürfe wegen sexueller Gewalt gegen ihn seine Firma in den Ruin getrieben haben, profitiert nun ein anderes Unternehmen. „The Weinstein Company“ haben schließlich die millionenschwere Rechte an Hits wie „Django Unchained“, „The King‘s Speech“ und „Silver Linings“.

Mit dem Verkauf ist die #MeToo-Debatte nicht beendet. Denn immer mehr Betroffene wagen es, Diskriminierungen anzuklagen. Dass Frauen und andere Gruppen benachteiligt werden, liegt daran, dass sie zu wenig Anteil an Machtpositionen haben. Die Oscar-Academy hat deshalb vor Kurzem für mehr Diversität in ihren Reihen gesorgt und lässt mehr Frauen und schwarze Künstlerinnen und Künstler abstimmen, an wen die Preise gehen.

Für den Verkauf der Weinstein-Company scheint anderes zu gelten. Denn wer führt die Kapitalgesellschaft Lantern Capital, die Weinsteins Firma gekauft hat? Fünf nicht mehr ganz junge weiße Herren. Das steht nicht für den von Lantern Capital angekündigten Richtungswechsel. Die #MeToo-Debatte geht weiter.


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