Mein liebster Bergman-Film Erotischster Dialog aller Zeiten: „Persona“

Von Daniel Benedict

Alma (Bibi Andersson, links) und Elisabeth (Liv Ullmann). Foto: imago/United ArchivesAlma (Bibi Andersson, links) und Elisabeth (Liv Ullmann). Foto: imago/United Archives

Osnabrück In seiner verrätselten Ästhetik gilt „Persona“ (1966) als Inbegriff des Kunstkinos. Übersehen wird gern, dass er auch sehr erotisch ist.

Er handelt von einer verstummten Schauspielerin (Liv Ullmann) und ihrer plappernden Pflegerin (Bibi Andersson), die sich bei einer Kur auf Farö bis zur Verschmelzung annähern. Womöglich sind sie auch nur Abspaltungen ein und derselben Person, der Film lässt das offen.

Einmal spricht die Pflegerin von einer sexuellen Begegnung mit einer Freundin und zwei Jungs am Strand. Die Szene besteht nur aus Worten und Blicken, ist aber so intensiv, das die Synchronisation zur Sicherheit mehrere Orgasmen strich. Bergman, der mit beiden Schauspielerinnen liiert war, sah die Wirkung sogar in Ullmanns Gesicht: „Es schwillt die ganze Zeit über an, es ist faszinierend“, sagte er. „Die Lippen werden größer, die Augen dunkler, das ganze Mädchen verwandelt sich in eine Art Lüsternheit.“