"Who is America?" Ehemaliger US-Vizepräsident signiert Folterinstrument in TV-Show

Von Christopher Chirvi

Dick Cheney im Trailer zu Dick Cheney im Trailer zu "Who Is America?". Screenshot: twitter.com/SachaBaronCohen

Hamburg. "Who is America?": Sascha Baron Cohen ist mit einer neuen Show zurück, in der er prominente Amerikaner wie Dick Cheney und Sarah Palin vorführt – Letztere macht nun ungewollt Werbung für die Sendung.

Sacha Baron Cohen ist zurück – und sorgt mit seiner neuen Show "Who is America?" schon vor der Ausstrahlung der ersten Folge am Wochenende für mächtig Wirbel. "Stell dir vor, Sascha Baron Cohen hat ein Jahr lang undercover heimlich eine neue TV-Show gefilmt" ist zu Beginn des Trailers zu lesen. Dann hört man eine Stimme: "Dick Cheney, ist es möglich, mein Waterboard zu unterschreiben?" – und zu sehen ist der ehemalige Vizepräsident der Vereinigten Staaten, in einem grauen Ohrensessel sitzend, die Beine übereinandergeschlagen, wie er lächelnd zustimmt und das Folterinstrument signiert. "Das ist das erste Mal, dass ich ein Waterboard unterschreibe", sagt der Republikaner anschließend. 

Cheney, von 2001 bis 2009 Vizepräsident unter George W. Bush, bekannte sich 2006 zu dieser Foltermethode, die beim Opfer ein drohendes Ertrinken simuliert. Doch nicht nur er wird in der neuen Show des britischen Komikers und Schauspielers vorgeführt, der vor allem durch seine Rollen des „Gangsters“ Ali G. aus der spießigen Londoner Vorstadt Staines, dem antisemitischen kasachischen Journalisten Borat oder dem homosexuellen österreichischen Reporter Brüno bekannt wurde. 

In der Show, die der Sender als "vielleicht gefährlichste Show in der Geschichte des Fernsehens" annonciert, werden zahlreiche prominente Amerikaner hinters Licht geführt. Unter Sacha Baron Cohens neusten Opfern ist auch Sarah Palin, die ehemalige Gouverneurin von Alaska sowie einstige Kandidatin für das Vizepräsidentenamt unter John McCain. 

"Wahrhaft krank"

Palin reiste für "Who is America?" mit ihrer Tochter nach Washington D.C., in der Annahme, sie würde dort für eine Geschichts-Dokumentation an einem Interview mit amerikanischen Veteranen teilnehmen. Dort allerdings erwartete sie (wie sie nun vermutet) Cohen, verkleidet als Vietnam-Veteran – der sie so lange provozierte, bis sie das Gespräch schließlich abbrach und ging. Ihren Ärger darüber macht sie nun in einem Facebook-Post öffentlich: "Jep, wir wurden betrogen", schreibt sie dort. Palin reihe sich ein in eine lange Liste amerikanischer Prominenter, die Opfer des "bösen, ausnutzenden" Humors Cohens wurden. Das Interview mit seinen "respektlosen und sarkastischen" Fragen sei "wahrhaft krank" gewesen. Abschließend schreibt sie: "Übrigens, meine Tochter denkt, du bist ein Stück Scheiße, Sacha."

Für  "Who is America?" ist das wahrscheinlich genau die Art von Werbung, die Cohen sich erhofft hat. 

Am Sonntag ist die erste der insgesamt sieben jeweils halbstündige Episoden in den USA auf Showtime sowie im Channel 4 im britischen TV zu sehen, in Deutschland läuft sie ab dem 17. Juli auf dem Bezahlsender Sky