Ein Bild von Ralf Döring
27.06.2018, 17:04 Uhr KOMMENTAR

Woodstock - Wer hat wann am Joint gezogen?

Kommentar von Ralf Döring

Schlachtfeld der Flower-Power-Bewegung: Das Publikum beim Woodstock-Festival. Foto: imago/United ArchivesSchlachtfeld der Flower-Power-Bewegung: Das Publikum beim Woodstock-Festival. Foto: imago/United Archives

Osnabrück. Archäologen pflügen das Konzertgelände des Woodstock-Festivals um. Aber welche Erkenntnisse erhoffen sie sich? Ein Kommentar.

Woodstock war mehr als ein Konzert. Drei Tage Musik, drei Tage Überforderung, drei Tage Chaos, drei Tage Love & Peace. 400000-fach artikulierter Protest gegen die Kriegspolitik der amerikanischen Regierung und gegen das Establishment. War Woodstock ein Wendepunkt für die bürgerliche Gesellschaft? Dieser Frage gehen am Vorabend des 50-jährigen Jubiläums im nächsten Jahr Soziologen, Kultur- und Politikwissenschaftler nach.

Auch die Archäologie hat sich in das globale Forschungsprojekt eingeschaltet. Mit einer Akribie, mit der sonst die Schauplätze großer Kriegsschlachten untersucht werden, durchpflügen sie die Wiesen von Woodstock, um das Gelände zu kartieren: Feldforschung mal wörtlich genommen.

Dabei fällt es schwer, auf hohe Erkenntnisgewinn durch die archäologischen Forschungen zu hoffen. Sicher ist das Festival nicht in allen Details dokumentiert – man weiß nicht, wer wann genau an welchem Joint gezogen hat. Trotzdem darf man mehr von den Disziplinen erwarten, die sich mit der Frage befassen, was Woodstock bis heute bedeutet: Kultur- und Politikwissenschaft oder die Soziologie.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN