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26.06.2018, 18:05 Uhr STAR DER GRAFFITI-KÜNSTLER

Phantom gesucht: Banksy am Pariser Bataclan?

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Trauerndes Mädchen am Konzertsaal Bataclan, 2015 Ziel islamistischer Terroristen. Stammt das Bild von Graffitikünstler Banksy? Foto: AFPTrauerndes Mädchen am Konzertsaal Bataclan, 2015 Ziel islamistischer Terroristen. Stammt das Bild von Graffitikünstler Banksy? Foto: AFP

Paris. Graffiti am Bataclan: War Banksy in Paris? Die Suche nach dem prominenten Graffiti-Künstler zeigt, wie vital der Mythos des einsam schaffenden Künstlergenies noch immer ist.

Phantome sind unsichtbar und allgegenwärtig zugleich. Der Graffitikünstler Banksy ist dafür das Paradebeispiel. Niemand weiß Genaues über ihn. Gerade deshalb schießen die Gerüchte ins Kraut. Banksy ist in Paris: Schon bloße Vermutungen setzen die Öffentlichkeit unter Spannung. Aufmerksamkeit ist kaum wirkungsvoller zu erzielen. Hier weiterlesen: Banksy am Bataclan? Wirbel um Graffiti-Künstler.

Banksy hat den Bogen raus. Als Anonymus hält er alle Trümpfe in der Hand. Das ist aber nicht alles. Denn es sind auch die Erwartungen vieler Menschen, die den unerkannten Künstler zum Phänomen machen. Gerade als Unsichtbarer avanciert Banksy zu jener Idealgestalt, die mit ihren Bildern ausspricht, was viele Menschen denken. Hier weiterlesen: Provokation war gestern - ist das Graffiti tot?

Erinnerung an die islamistischen Anschläge auf den Konzertsaal Bataclan, Protest gegen Neonazis, Appell für Flüchtlinge: Banksy arbeitet die Themenagenda der liberalen Mehrheit ab. Seine Statements sind weniger provokant als mehrheitsfähig.

Experten forschen nun in Wandbildern nach Banksys Spuren. Sie dechiffrieren seine mutmaßlichen Graffiti wie Gemälde alter Meister. Banksy belebt das Klischee vom einsamen Genie. Und was, wenn jetzt eine Gruppe unter seinem Namen agieren würde? Hier weiterlesen: Rebell aus der Subkultur - Frankfurt zeigt Jean-Michel Basquiat.


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