„Dona nobis pacem“ im Osnabrücker Dom Osnabrücker Domchöre und Symphonieorchester bitten um Frieden

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Romantische Klangfülle: Die Domchöre und das Osnabrücker Symphonieorchesters bei Bruckner f-Moll-Messe. Foto: Swaantje HehmannRomantische Klangfülle: Die Domchöre und das Osnabrücker Symphonieorchesters bei Bruckner f-Moll-Messe. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück Nachdenkliche Musik zum Beginn, jubelnde Religiosität und eine kontemplative Bitte um Frieden: So lässt sich das achte und letzte Symphoniekonzert dieser Saison im Dom umschreiben.

Die Stille nach dem letzten Ton hat Anton Bruckner in seine f-Moll-Messe einkomponiert. Unbegleitet singt der Chor ein letztes, leises „Dona nobis pacem“, und der kleine Nachsatz mit seiner absteigenden Tonleiter in der Oboe greift nicht nur den Anfang wieder auf, sondern öffnet Räume für Kontemplation, fürs eigene, innere Flehen um Frieden auf dieser Welt. Erst nach ein paar Momenten setzt der Applaus im Osnabrücker Dom ein - für eine gelungene Aufführung des monumentalen Werks mit dem Osnabrücker Dom- und Jugendchor sowei dem Osnabrücker Symphonieorchester.

Gedenken an 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht

„Dona nobis pacem“ hat Domchordirektor Clemens Breitschaft über dieses letzte Sinfoniekonzert der Saison gesetzt. Einer Tradition folgend wird dabei der Dom zum Gastgeber für das Osnabrücker Symphonieorchester, um gemeinsam ein großes Werk für Chor und Orchester aufzuführen. Das Motto bezieht sich auf den Ausbruch des 30-jährigen Kriegs vor 400 Jahren und das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren; wie aktuell indes dieses „Gib uns Frieden“ ist, zeigt der Umstand, dass aktuell 68,5 Millionen Menschen weltweit vor Krieg, Gewalt und Elend fliehen.

An diese Referenzpunkte knüpft sich der erste Teil des Konzerts. Aus der Ferne eröffnet der Jugendchor das Konzert mit Thomas Tallis „Why Fum’th in Fight“ (Warum toben die Völker), eine kurze Psalmvertonung aus der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg. Nahtlos verknüpft Breitschaft das mit einer Fantasie für Streicher über dieses Thema von Ralph Vaughan Williams - und ist in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Der lettische Komponsit Peteris Vasks übersetzt das „Dona nobis“ schließlich in unsere Zeit, und in jedem Fall zelebriert diese gute halbe Stunde die füllige Klangschönheit sowohl der Streicher des Symphonieorchesters als auch des Chors, beide umsichtig geleitet von Clemens Breitschaft.

Romantisch-üppiger Klang

Nach der Pause dann mit Bruckners Messe der klangliche Kontrast: Das Orchester, jetzt um Bläser erweitert, Jugend- und Domchor sowie vier Solisten sorgen für romantisch-üppige Klanglichkeit. Lina Liu (Sopran), Katarina Morfa (Alt), Daniel Wagner (Tenor) und Dominik Wörner (Bass) singen die Soloparts ausdrucksvoll, das Orchester befeuert den Chorjubel mit facettenreichem Klang. Wenn dabei mal ein Einsatz etwas wackelt, macht der Chor das wett durch die bezaubernde Schönheit seiner A-capella-Passagen, und gemeinsam mit dem Orchester entfaltet sich der freudige Jubel, mit der der Katholik Bruckner seine tiefe Religiosität feiert. Breitschaft wählt dafür fließende Tempi, sorgt für die ausgewogene Balance zwischen Chor und Orchester, arbeitet die Klangpracht ebenso heraus wie die intimen Schönheiten - bis zum offenen Ende, das in Kontemplation mündet.


Wiederholung des Konzerts: Montag, 25. Juni, 20 Uhr im Dom. Kartentelefon: 0541/7600076

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