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Ufa-Ära vor dem Ende

Der Blick geht nach vorn: Achim Stephan bleibt Kino-Chef. Foto: Moritz MünchDer Blick geht nach vorn: Achim Stephan bleibt Kino-Chef. Foto: Moritz Münch

Für viele Kinogänger in Osnabrück ist es offensichtlich, dass die Ufa-Filmpassage in der Johannisstraße ihre besten Zeiten hinter sich hat. Theaterleiter Achim Stephan dementiert jedoch Gerüchte, dass das einst erste Osnabrücker Multiplex-Kino mit seinen insgesamt neun Sälen und 1646 Sitzplätzen demnächst den Spielbetrieb einstellen würde. Zum 1. Februar 2010 wird es allerdings einen Betreiber- und Namenswechsel geben. Die Ufa-Filmpassage wird dann „Filmpassage.de“ heißen und von einer gleichnamigen GmbH betrieben, als deren Geschäftsführer Achim Stephan fungieren wird. Die Immobilie auf dem ehemaligen Gelände des Autohauses „Volvo Bücker“ hat eine namentlich nicht genannte Person aus Osnabrück erworben.

Bisher wird das im April 1990 mit zunächst zwei Sälen eröffnete Kinocenter von der „Film Theater Betriebe Riech & Co. KG“ mit Sitz in Düsseldorf geführt. Die seit Jahren in Insolvenzverwaltung befindliche Gesellschaft gehört zu dem in viele Immobilien- und Betreiberfirmen aufgeteilten und in finanzielle Schieflage geratenen Ufa-Kinounternehmen von Volker Riech und seiner Frau Marianne.

Volker Riechs Vater, der legendäre 1992 verstorbene Kinokönig Heinz Riech, übernahm 1971 von Bertelsmann die Ufa-Theater AG mit bundesweit insgesamt rund 50 Kinos. Heinz Riech machte sich in den Kino-Krisenzeiten der 70er-Jahre als „Vater der Schachtelkinos“ einen Namen. Unrentable große Kinos ließ Riech in kleine Säle aufteilen. So verschachtelte er auch 1983 in Osnabrück das Filmtheater Rosenhof in fünf Abspieleinheiten. Zum Zeitpunkt des Baubeginns der Ufa-Filmpassage war Heinz Riech Europas größter Kinobetreiber, zu dessen Imperium in Osnabrück auch das 2001 geschlossene Universum in der Großen Straße zählte.

Der wegen seines wirtschaftlichen Erfolgs geachtete und wegen seines Geschäftsgebahrens gefürchtete Filmtheaterkaufmann stand 1990 höchstpersönlich in der Baugrube der Ufa-Filmpassage. Es sollten jedoch noch sechs Jahre vergehen, bevor es am 17. April 1996 endlich zur Eröffnungsfeier der auf neun Säle angewachsenen Ufa-Filmpassage kam. Mit dem Betreiber- und Namenswechsel zum 1. Februar 2010 endet in Osnabrück dann endgültig die Ära Riech und die der Ufa-Kinos.


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