Kosslick-Nachfolger Chatrian Was ist neu am neuen Berlinale-Chef?

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Carlo Chatrian soll Dieter Kosslick als Berlinale-Direktor ablösen. Foto: KEYSTONE/dpa/Urs FlueelerCarlo Chatrian soll Dieter Kosslick als Berlinale-Direktor ablösen. Foto: KEYSTONE/dpa/Urs Flueeler

Berlin. Carlo Chatrian soll Berlinale-Chef werden. Ist der Mann aus Locarno die richtige Wahl für Dieter Kosslicks Nachfolge?

Im kommenden Jahre scheidet Dieter Kosslick mit seinem 18. Festival-Jahrgang aus dem Amt des Berlinale-Direktors. Offiziell wird seine Nachfolge erst am Freitag geklärt. Um 14 Uhr will der zuständige Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin (KBB) sich dazu äußern. Die "B.Z." zitiert aber schon jetzt Insider, denen zufolge Carlo Chatrian, derzeit künstlerische Leiter des Filmfests von Locarno, als Direktor nach Berlin wechseln wird.Dann wird auch geklärt, ob - wie von Kulturstaatsministerin Monika Grütters befürwortet - die künstlerische von der geschäftsführenden Verantwortung in einer Doppelspitze geteilt wird. Was ist neu am neuen Berlinale-Direktor? Ein Kommentar:


Was Chatrian mit Dieter Kosslick verbindet

Markenzeichen des Filmfests von Locarno ist die Piazza Grande. Auf dem großen Platz laufen Freiluft-Aufführungen vor 8000 Zuschauern. Eine Kernqualifikation bringt der künstlerische Leiter Carlo Chatrian also schon mal mit, falls er wirklich – wie jetzt gemeldet wird – zur Berlinale wechselt: Er kann die gewaltige Bühne bespielen, die Berlin als weltweit größtes Publikumsfestival bietet. Das deutsche Kino, für das Dieter Kosslick seit 18 Jahren trommelt, ist Chatrian dabei zumindest nicht fremd: Im letzten Jahr lief Jürgen Vogels Ötzi-Film in der Piazza-Sektion. Auch im internationalen Wettbewerb war Deutschland vertreten. (Die erste Berlinale im Zeichen von #MeToo - wie war's?)


Abschied nach 18 Festivals: Dieter Kosslick stellt im kommenden Jahr sein letztes Programm zusammen. Foto: Britta Pedersen/dpa


Was den neuen vom bisherigen Berlinale-Chef unterscheidet

Was den mutmaßlichen Neuen vom Vorgänger unterscheidet: Chatrian ist Kenner eines unabhängigen, auch sperrigen Arthouse-Kinos – und wohl genau das, was 79 Regisseurinnen und Regisseure im Herbst für die Berlinale gefordert hatten: eine „herausragende kuratorische Persönlichkeit, die für das Kino brennt“. Er will kein Festival, das es allen recht macht, hat der 46-Jährige kürzlich der „Zeit“ gesagt. In Locarno helfen ihm dabei auch die Strukturen: Als künstlerische Leiter ist er nur dem Kino und dem Publikum verantwortlich. Um die Geldgeber kümmert sich die Geschäftsführung. Ob und wie diese Doppelspitze auch in Berlin übernommen wird, ist der Cliffhanger für die offizielle Verkündung vom Freitag. (Vorschlag in die Magengrube: War der offene Brief gegen Kosslick zu hart?)




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