Festival Theaterformen Künstler provoziert mit Seife aus menschlichem Fett

Hände in Unschuld gewaschen? Darsteller und Zuschauer treffen in einem Ladenlokal in Braunschweig während der Generalprobe der Theaterperformance „Schuldfarbik“ aufeinander. Foto: Moritz Küstner/Theaterformen 2018/dpaHände in Unschuld gewaschen? Darsteller und Zuschauer treffen in einem Ladenlokal in Braunschweig während der Generalprobe der Theaterperformance „Schuldfarbik“ aufeinander. Foto: Moritz Küstner/Theaterformen 2018/dpa

Braunschweig Zwischen Ekel und Sauberkeit scheint die Provokation einkalkuliert: In der Theaterarbeit „Schuldfabrik“ geht es um Seife aus menschlichem Körperfett. Beim Festival Theaterformen in Braunschweig ist das Werk von Julian Hetzel erstmals in Deutschland zu sehen. Die begehbare Installation ist bis zum 17. Juni täglich in Braunschweig geöffnet.

Nicht auf der Bühne, sondern mitten in einer Einkaufspassage in der Innenstadt ist dafür ein Laden entstanden, durch den der Besucher in einem etwa einstündigen Rundgang geführt wird. Das einzige Produkt ist Seife, angeblich aus menschlichem Körperfett. Das Fett dafür soll aus Abfällen von Schönheitsoperationen stammen. Mit dem Erwerb soll der Theatergast laut Hetzel die Möglichkeit erhalten, sich von Schuld freizukaufen. Der Erlös soll an ein Brunnenbauprojekt in Afrika gehen.

Der deutsche Künstler Hetzel hat seine „Schuldfabrik“ schon in Österreich und den Niederlanden gezeigt. Rund um die Aufführungen sah er sich mit Kritik konfrontiert. Die Idee sei nicht ganz neu und das Werk im Hinblick auf die NS-Geschichte nicht unproblematisch, da es an die Verwertung menschlicher Körper in den Konzentrationslagern erinnere.

Theaterformen zählt zu den größten internationalen Theatertreffen im deutschsprachigen Raum. Der Veranstaltungsort wechselt jährlich zwischen Hannover und Braunschweig. dpa


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