Funny van Dannen Erst in die Elbphilharmonie, dann in den Rosenhof

Von Tom Bullmann

Auf sommerlicher Konzerttour: Liedermacher Funny van Dannen kommt in den Rosenhof.Auf sommerlicher Konzerttour: Liedermacher Funny van Dannen kommt in den Rosenhof.

Osnabrück. Funny van Dannen ist ein deutscher Liedermacher, Schriftsteller und Maler. Im Rahmen seiner „Sommerwind Tour 2018“ tritt er im Rosenhof auf. Wir unterhielten uns mit dem Künstler über die Elbphilharmonie, über Udo Lindenberg, Heino und Die Toten Hosen.

Herr van Dannen, Sie haben sich selbst einmal als „widerwilligen Prominenten“ bezeichnet. Was verstehen Sie unter dem Begriff?

Naja, ich stehe sehr gern auf der Bühne und singe meine Lieder. Aber ansonsten habe ich immer darauf geachtet, dass mein Privatleben privat bleibt. Ich möchte gern selbst entscheiden, wen ich treffe und wen ich nicht treffe. Zum Glück bin ich ja nicht so wahnsinnig erfolgreich, sodass um meine Person kein irrer Trubel gemacht wird. Da würde ich dann auch einen Punkt machen. Ich brauche keine große Öffentlichkeit.

Sind Sie dann derjenige, der bei Anfragen von TV-Shows abwinkt?

Bei Angeboten habe ich immer sortiert: Welche Sendung ist mir sympathisch und welche nicht. Formate, bei denen ich gerne auftreten würde, gibt es jedenfalls nicht viele. Meine Zielgruppe ist ja auch nicht der Mainstream.

Jetzt gehen Sie auf „kleine Theatertour“. Lockt es Sie in die etablierten Spielorte?

Nein, beim besten Willen nicht. Das sind ja auch keinen schnieken Theater, in denen ich auftrete. Die Idee mit dieser Tour hatte ich, als ich im vergangenen Jahr hier in Berlin in der Volksbühne aufgetreten bin. Ich fand es schön, mal wieder vor sitzendem Publikum zu spielen. Sonst gebe ich ja mehr unbestuhlte Konzerte und da geht es doch unruhiger zu.

Kurz bevor Sie nach Osnabrück kommen, treten Sie in der Elbphilharmonie in Hamburg auf. Das ist aber doch eher ein „schnieker“ Spielort?

Richtig, da bin ich irgendwie reingerutscht. Und ich bin wirklich gespannt, wie das wird. In Hamburg trete ich sonst immer in der Fabrik auf. Bei meinem letzten Auftritt habe ich noch über die Elbphilharmonie gelästert und gesagt: „Weil ich ein Arbeiterkind bin, gehe ich natürlich in die Fabrik!“

Habe Sie ein Wunschpublikum?

Ich mag mein Publikum. In der Regel ist es bunt gemischt, es sind tolerante, freundliche Leute, die kommen, weil sie meine Lieder gut finden. Daher weiß ich auch nicht, wie das in der Elbphilharmonie wird. Da gehen ja auch viele Leute hin, weil sie eher an dem Gebäude interessiert sind. Ich rechne durchaus damit, dass Leute kommen, weil man bei mir noch Karten kriegt.

Udo Lindenberg und Die Toten Hosen haben schon Lieder von Ihnen gesungen. Haben Sie die für diese Künstler geschrieben?

Nein, ich habe noch nie einen Song für andere Leute geschrieben. Das sind alles Songs aus meinem Fundus. Udo Lindenberg ist beispielsweise über die Plattenfirma an mich herangetreten, weil er bestimmte Lieder von mir singen wollte. Bei den Hosen war es ähnlich. Campino rief bei mir an, doch ich war anfangs skeptisch, ob meine Songs überhaupt zu den Hosen passen. Es ist ein großer Unterschied, ob ich eines meiner Lieder singe oder Campino, das ist ja ein ganz anderer Gestus. Aber wir haben dann aber immer mal wieder etwas gefunden, was die Hosen spielen können.

Sie verbindet auch eine andere Geschichte mit den Toten Hosen. Die Band hat Mitte der 80er Jahre Norbert Hähnel als den „Wahren Heino“ in ihrem Vorprogramm auftreten lassen. Sie haben sich doch auch schon mal als Heino-Double versucht.

Richtig, mein Onkel und Tante haben in dem Dorf, in dem ich aufwuchs, den Kinderkarneval veranstaltet. Da gab es dann diese Sitzungen und ich war dem ausgeliefert. Erst musste ich als Büttenredner ran, dann, nach ein paar Jahren, kam die Idee mit der Heino-Parodie. Das war weit vor den Toten Hosen, Anfang der 1970er Jahre.

Jetzt sind Sie auf der Höhe der Zeit und verbreiten Fotos und Videos per Instagram.

Oh, das macht mein zweiter Sohn. Der meinte: „Vater, ich stell da mal was rein, das ist ganz lustig.“ Jetzt macht er das nach Gusto, immer wenn er Zeit und Lust hat. Mich persönlich interessieren diese „sozialen Medien“ eigentlich nicht. Ich kuck mir das auch gar nicht an. Mit dieser Welt habe ich nichts zu tun.

Malen Sie eigentlich trotz zunehmendem Erfolg als Musiker noch?

Ja, ich habe immer weiter gemalt. Das ist meine große Leidenschaft. Der widme ich mich, obwohl ich immer wusste, dass ich damit nie meinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Gerade habe ich hier in Berlin wieder eine schöne Ausstellung mit Papierarbeiten eröffnet und habe sogar schon ein paar Werke verkauft.

Funny van Dannen live: 9. Juni, 19.30 Uhr, Rosenhof