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Kong of Rock ’n’ Roll sucht den Dialog

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Der Reverend und sein Jünger: Hardy Hardon (links) und Aniel Wooden Heart sammeln Spenden vor der Kapelle der Church of Elvis. Foto: WestdörpDer Reverend und sein Jünger: Hardy Hardon (links) und Aniel Wooden Heart sammeln Spenden vor der Kapelle der Church of Elvis. Foto: Westdörp

Jede Religion, die auf sich hält, hat ihre eigene Zeitrechnung. Für Reverend Hardy Hardon zum Beispiel schreiben wir das Jahr 73. Womit wir mitten in der „Church of Elvis“ wären.

Parallel zum Katholikentag gründet Reverend Hardy seine Religion, und bei ihr steht Elvis Presley, the King of Rock’n’Roll, im Zentrum. Und ganz oben. Gleich darunter aber siedelt sich Hardy an: „Oben steht der King, ich bin der Kong of Rock ’n’ Roll“, sagt er hinter dem rosa Plüschaltar, den er vor seiner Kapelle, dem „Tiefenrausch“, in der Redlinger Straße aufgebaut hat. Dorthin wird er sich in den kommenden Tagen immer wieder zurückziehen, um sich auf Elvis zu besinnen.

Die Gründung der Church of Elvis fällt keineswegs zufällig mit dem Katholikentag zusammen. Denn Reverend Hardy sucht den interreligiösen Dialog; „Togetherness“ ist eine wichtige Säule seiner Religion, und der Ökumene steht er offen gegenüber.

Die Basis für den Dialog mit anderen Glaubensgemeinschaften liefern die Anleihen bei anderen Religionen. So wird er in seiner Kapelle taufen und die Beichte abnehmen, Trauungen – „für 24 Stunden, bis dass der Tag euch scheidet“ – durchführen, aus dem Heiligen Buch der Church of Elvis lesen und gemeinsam mit seiner Gemeinde die Lieder von Elvis singen – der christliche Bezug ist unverkennbar. Selbst einen Jünger hat er bereits gefunden: Aniel Wooden Heart sammelt Spenden in Form von Geld und Zigaretten. Ebenfalls dankbar angenommen werden Elvis-Poster und -Platten, sagt der Reverend mit der blauen Spiegelbrille, der Zebra-Stola und dem Priesterkragen.

Auch Islam und Buddhismus fließen in die neue Religion ein: So richten sich die Gläubigen für das Gebet Richtung Memphis aus, dort wo der King „für uns vom Klo gefallen ist“. Und ein heiliges Mantra gibt es ebenfalls: „A-wop-bop-a-loo-lop“ ruft der Reverend, und die Gemeinde antwortet „a-lop-bam-boo“.

Weitere Rituale müssen erst noch entstehen. Denn „wir sind eine Church in Progress, und die Vorbereitung des Kirchentags war die Hölle“. Aber vor Sendungsbewusstsein strotzt der Reverend in jedem Fall. Deshalb will er seine Botschaft auf dem Katholikentag verbreiten, im Jahr 73 nach Elvis.


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