Kommentar: Schauspiel Köln Einseitig berichtet

Von Christine Adam

Steht unter Druck: Stefan Bachmann, Intendant des Schauspiel Köln. Foto: dpaSteht unter Druck: Stefan Bachmann, Intendant des Schauspiel Köln. Foto: dpa

Osnabrück. Nur die angeblich Betroffenen zu Wort kommen zu lassen wie im „Spiegel“ und nicht den Intendanten und seine Frau selbst kommt leicht in den Geruch einseitiger Vorverurteilung und wirkt journalistisch nicht eben seriös.

Vielleicht gibt es die Spannungen im Ensemble des Schauspiels Köln, obwohl Intendant Stefan Bachmann sie energisch bestreitet. Und es ist strukturell problematisch, dass Schauspieler um ihre Vertragsverlängerung fürchten müssen, wenn sie den Mund zu weit aufmachen. Doch warum gibt es keine Versuche, solche Konflikte intern, etwa per Mediation, zu bearbeiten? Und falls es sie doch gibt, warum berichtet der „Spiegel“ mit keinem Wort über Schlichtungsversuche irgendeiner Art?

Nur die angeblich Betroffenen zu Wort kommen zu lassen und nicht den Intendanten und seine Frau selbst kommt leicht in den Geruch einseitiger Vorverurteilung und wirkt journalistisch nicht eben seriös. Darüber hinaus scheint es wenig sinnvoll zu sein, im Zuge einer Enthüllungswelle nun auch alle ungeklärten oder angeblichen Mobbing-Fälle in Betrieben ans Licht der Öffentlichkeit zu zerren. Denn Leser können sich auf Behauptungen und Gegenbehauptungen keinen Reim machen. Wenn erst einmal der Ruf einer Führungsperson massiv beschädigt ist, wird das ihre Bereitschaft zu Einsicht und Verhaltensänderung nicht gerade steigern.


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