Chaos am Staatstheater Cottbus Nun geht auch Intendant Martin Schüler

Von dpa

Konnte die Krise nicht lösen: Martin Schüler, Intendant des Staatstheaters Cottbus. Foto: dpaKonnte die Krise nicht lösen: Martin Schüler, Intendant des Staatstheaters Cottbus. Foto: dpa

Cottbus. Nach zunehmender Kritik am Generalmusikdirektor des Staatstheaters Cottbus, Evan Alexis Christ, will sich das Theater von ihm trennen.

Christ sei bis zum Ende der Spielzeit beurlaubt, sagte der Vorstandsvorsitzende der sich um den Theaterbetrieb kümmernden Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus - Frankfurt (Oder), Martin Roeder, am Freitag. „Wir streben die Beendigung des Arbeitsverhältnisses an.“

In den vergangenen Wochen war aus der Belegschaft Kritik an Christ laut geworden. Die Rede ist von cholerischen Ausfällen und Beleidigungen im Arbeitsalltag – über Jahre.

Mitte April hatte Christ in einem Interview der „Lausitzer Rundschau“ um Entschuldigung gebeten. „Es gab Momente, wo ich über das Ziel hinausgeschossen bin. Das tut mir leid.“ Seitdem hat er sich nicht mehr öffentlich geäußert.

Wegen der Zerrissenheit zwischen Belegschaft und Christ war auch die Theaterleitung unter Druck geraten. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Intendant Martin Schüler zurücktreten will.

In einer persönlichen Erklärung Schülers hieß es am Freitag: „Leidenschaftlich um künstlerische Perfektion und den Erfolg für das Theater bemüht, habe ich die wachsenden Nöte des Ensembles und die Zwänge, unter denen Leistungen erbracht wurden, aus dem Blick verloren. Ich habe die wichtigste Grundlage der Zusammenarbeit – das Vertrauen des Ensembles – verloren.“ Er betonte in der Erklärung zudem, dass er noch versucht habe, für die schwierige Situation eine Lösung zu finden. „Diese Brücke wollte Herr Christ jedoch nicht betreten. Er schlug die ihm unterbreiteten Angebote aus.“

Der Intendant betonte, er übernehme die „volle Verantwortung“ für die Situation und trete Ende der Spielzeit zurück. Letzter Spieltag ist der 7. Juli. Eigentlich hätte Schülers Vertrag bis 2024 gedauert.