Autor und Schauspieler Vom Hitlerjungen zum gefeierten Weltstar: Hardy Krüger wird 90

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Beliebter Schauspieler: Hardy Krüger. Foto: dpaBeliebter Schauspieler: Hardy Krüger. Foto: dpa

Osnabrück. Ein runder Geburtstag: Hardy Krüger wird heute 90 Jahre alt. Und ist ganz schön weise. Schon seit Jahren kämpft der Filmstar gegen politischen Extremismus.

Krüger ist heute eines der Aushängeschilder des deutschen Films. Auch international. Dabei wäre das Leben Hardy Krügers fast vorbei gewesen, ehe es überhaupt begonnen hatte. 1928 geboren, wurde Krüger, dessen Eltern überzeugte Nazis waren, kurz vor Kriegsende als Soldat eingezogen. Weil er sich jedoch weigerte, auf US-Soldaten zu schießen, wurde er zum Tode verurteilt. Begnadigt, um als Kanonenfutter zu dienen, rettete ihn eine Kriegsgefangenschaft bei den Amerikanern.

Schon früh schlug sich Krüger auf die Seite der Hitler-Gegner, als er 1944 zusammen mit dem Ufa-Star Hans Söhnker Juden zur Flucht verhalf. Obwohl Schüler einer Nazi-Kaderschmiede, kamen Krüger schon früh Zweifel am Nationalsozialismus.

Nach dem Krieg führte ihn der Weg zunächst zur Bühne, ab 1949 auch zum Film. Die deutsche Filmindustrie machte ihn zwar beliebt, meist aber in seichten Filmen. So wie 1956 in „Liane, das Mädchen aus dem Urwald“. Heute ein Trashklassiker, war der Film damals wegen der freizügigen Darstellung eines weiblichen Tarzans ein Skandal. Oder Krüger musste in Filmen von Alfred Weidemann mitspielen, der ihn zuvor noch als NS-Propagandist 1944 in seinem Filmdebüt „Junge Adler“ einsetzte. Eine rühmliche Ausnahme in dieser Zeit ist „Der Rest ist Schweigen“ (1959), Helmut Käutners Übertragung des „Hamlet“-Stoffes auf die Machtkämpfe innerhalb einer Unternehmerfamilie zur Witschaftswunderzeit.

Das künstlerische Renommee wuchs letztlich aber erst mit Rollen in internationalen Filmen. Howard Hawks besetzte ihn neben John Wayne in dem Safari-Abenteuer „Hatari!“ (1962), Robert Aldrich inszenierte Krüger 1965 zusammen mit James Stewart in dem Wüstendrama „Der Flug des Phoenix“, während Stanley Kubrick den Schauspieler in dem Historienstoff „Barry Lyndon“ (1975) einsetzte. Sean Connery war sein Partner in „Das rote Zelt“ (1969) und „Flammen am Horizont“ (1982), und zwei Kriegsfilme von 1977 brachten Krüger zusätzliche Popularität ein: „Die Brücke von Arnheim“ (ebenfalls mit Sean Connery) sowie der Söldnerfilm „Die Wildgänse kommen“ des Sexfilmproduzenten Erwin C. Dietrich.

Schauspielerisch ist es seit den 80ern aber eher still geworden um Hardy Krüger. Im Gegensatz zu seinen Kindern Christiane und Hardy Krüger Junior, die vor allem im Fernsehen auftreten. Erfolge feierte Hardy Krüger seit den 70ern aber auch als Schriftsteller. Seine Themen sind vor allem exotische Reisen, aber auch sein Kampf gegen Rechtsradikalismus. Es gibt ihn also doch – den guten Deutschen. Und das nicht nur im Kino.


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