Auswärtiges Amt übergibt offiziellen Antrag in Paris – Ausschuss entscheidet Ende 2019 Theater- und Orchesterlandschaft für Unesco-Liste nominiert

Von epd

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Immerhin auf die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes haben es die Rattenfängersage von Hameln (Michel Boyer im Kostüm, gefolgt von Kindern aus der Innenstadt) geschafft. Foto: dpaImmerhin auf die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes haben es die Rattenfängersage von Hameln (Michel Boyer im Kostüm, gefolgt von Kindern aus der Innenstadt) geschafft. Foto: dpa

Bonn. Die geplante Anerkennung der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit hat eine wichtige Etappe genommen. Das Auswärtige Amt übergab den Antrag jetzt offiziell in Paris der UN-Kultur- und Bildungsorganisation Unesco, wie die deutsche Unesco-Kommission am Dienstag in Bonn mitteilte.

Über die Aufnahme dieser Kulturform in die internationale Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes entscheidet ein Zwischenstaatlicher Ausschuss Ende 2019.

„Die Nominierung zeigt, dass Theater und Orchester wichtige Räume der freien Meinungsäußerung, der öffentlichen Debatte und kritischen Reflexion sind“, sagte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering (SPD). Der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Ulrich Khuon, ergänzte: „Theater und Orchester schaffen kulturelle Räume für Erzählungen, Reflexionen und Gespräche innerhalb ihrer lokalen Gemeinschaften und tragen damit wesentlich zu Lebensqualität und Identität bei.“ Deutschland habe „die reichste Theaterlandschaft der Welt“.

In Deutschland gibt es den Angaben zufolge rund 140 Staats- und Stadttheater sowie Landesbühnen mit Orchestern und 130 Opern-, Symphonie-, Rundfunk- oder Kammerorchestern sowie Kammerphilharmonien. Dazu kommen rund 220 private Theater, 100 Theater- und Symphonieorchester ohne feste Spielstätten, 200 freie Spielstätten, Gruppen und Ensembles und rund 2500 Amateurtheaterbühnen.

Bereits 2014 wurde die „Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft“ auf Initiative des Deutschen Bühnenvereins und des Deutschen Musikrats in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Der Eintrag ist die Vorbedingung für eine Nominierung für die internationale Liste.

Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. Bisher sind 366 Formen des Immateriellen Kulturerbes auf der internationalen repräsentativen Liste eingetragen, 47 Elemente auf der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes und 17 gute Praxisbeispiele zur Erhaltung immateriellen Kulturerbes.


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