Kommentar: Theater als Welterbe Schutz und Verpflichtung

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Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), gehört zu den Politikern, die den Stellenwert des deutschen Theaters gut kennen. Foto: dpaKulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), gehört zu den Politikern, die den Stellenwert des deutschen Theaters gut kennen. Foto: dpa

Osnabrück. Mancher Vorschlag für die Liste des Immateriellen Kulturerbes mag im ersten Moment verwundern. Gerade aber die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft hat diese internationale Anerkennung unbedingt verdient – ein Kommentar.

Gerade in den letzten sehr bewegten Jahren haben sich Theater und Orchester hoch engagiert in den Brennpunkt gesellschaftlicher Debatten begeben. Sie haben Frei- und Reflexionsräume für einen Diskurs eröffnet, der in anderen öffentlichen Foren schon fast nicht mehr möglich ist, weil Meinungen und Fronten zu verhärtet sind. Es hat aber auch geradezu eine Explosion der Genres, der Stile und der Ausdrucksformen gegeben, um unserer komplexen Wirklichkeit einen Spiegel vorzuhalten. Das ist auch dem Ausland nicht entgangen, wie am regen Gastspielaustausch abzulesen ist.

Das schon oft totgesagte Theater lebt also, weit entfernt vom Musealen wie schon lange nicht mehr. Es entfaltet eine fast fiebrige Kreativität im Dialog mit unserer Zeit. Das können Länder ohne die deutsche flächendeckende Subventionsstruktur in diesem Ausmaß gar nicht leisten.

Wenn die Unesco 2019 den Antrag annehmen sollte, dann schützt das die Theater- und Orchesterlandschaft, verpflichtet sie aber auch, hohe Standards aufrechtzuerhalten. Etwas Besseres kann ihr kaum passieren – und unserer Gesellschaft auch nicht.


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