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30.03.2018, 15:35 Uhr KOMMENTAR

Popakademie Mannheim oder: Ich will zurück auf die Straße?

Kommentar von Ralf Döring

Da war er noch cool: Marius Müller-Westernhagen (links) als Theo in „Theo gegen den Rest der Welt“, hier mit Guido Gagliardi. Foto: imago/United ArchivesDa war er noch cool: Marius Müller-Westernhagen (links) als Theo in „Theo gegen den Rest der Welt“, hier mit Guido Gagliardi. Foto: imago/United Archives

Osnabrück. Die Popakademie Mannheim feiert 15. Geburtstag: 15 Jahre professionelle, akademische Ausbildung für angehende Pop- und Rock-Musiker. Und der Dreck der Straße? Ein Kommentar

In den späten Siebzigern war Marius Müller-Westernhagen noch cool und sang vom Glück auf der Straße. Vordergründig sang er vom Gold und vom Dreck, im Subtext sang er von der Straße als Ausbildungsstätte fürs Leben und für den Rock ‘n‘ Roll. Ein Mythos, der sich ebenso hartnäckig hält wie der vom authentischen Fußballstar, der auf der Straße kicken gelernt hat. Heute besuchen Fußballer wie Musiker ihre Akademien.

Zunächst kamen lediglich die klassischen Musiker in den Genuss akademischer Weihen. Doch der Jazz hat längst unters Dach der Universitäten und Hochschulen gefunden, und als letztes haben sich Pop und Rock akademisiert. Ein Segen für die Musik? Sagen wir es so: Es ist sicher kein Schaden, Popmusikerinnen und -musiker fundiert auszubilden.

Die Popakademie in Mannheim zählt gewiss nicht zu den Pionieren auf diesem Gebiet. Aber sie hat die Notwendigkeit der universitären Ausbildung von Popmusikern noch einmal dick unterstrichen. Der Weg in die Popakademie führt aber weiterhin über die Straße –und der Weg aus der Akademie auf die Bühnen ebenfalls.