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27.03.2018, 18:26 Uhr KOMMENTAR

Künstler starten Werbekampagne für Europa

Kommentar von Ralf Döring

Die Flagge weht, aber die Botschaft Europas kommt nicht bei den Menschen an. Foto: Jens Kalaene/dpaDie Flagge weht, aber die Botschaft Europas kommt nicht bei den Menschen an. Foto: Jens Kalaene/dpa

Osnabrück. In der allgemeinen Wahrnehmung steht Europa nicht so gut da. Ob eine Initiative dreier Künstler daran etwas ändert? Sie rufen zum Ideenwettbewerb für Europa auf.

Die Wahlbeteiligung von 43,1 Prozent bei der letzten Europawahl sagt es überdeutlich: Die EU muss dringend etwas für sich tun. Deshalb müssten die Kommissare in Brüssel Wolfgang Tillmans, Stephan Petermann und Rem Koolhaas auf Knien danken. Die Künstler wollen erreichen, was der Politik nicht gelingt: für Europa werben.

Das ist wohl auch bitter nötig. Klar freuen sich alle, Horst Seehofer und Markus Söder vielleicht mal ausgenommen, über offene Grenzen, und der Euro hat der Wirtschaft einige Erleichterungen gebracht. Doch offenbar genügen diese harten Fakten nicht, um die europäische Idee griffig zu vermitteln und erstrebenswert zu machen. Überdies hat die Fluchtbewegung vor allem aus Syrien gezeigt, wie labil der europäische Zusammenhalt ist. Und Polen oder Ungarn führen vor, wie wenig für verbindlich gehaltene Werte gelten.

Die Initiatoren appellieren nun an die Europäische Union als positive Kraft – vielleicht haben viele Europäer die längst vergessen. Denn weder Politik noch Bürokratie haben sie wirksam vermittelt. Mal sehen, was die Kunst da bewirken kann.


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