Ein Bild von Ralf Döring
25.03.2018, 17:51 Uhr KOMMENTAR

Staatsministerium für internationale Kulturpolitik ist richtiger Schritt

Kommentar von Ralf Döring

Internationale Kulturarbeit: Das Osnabrücker Symphonieorchester und das Orchester der Stadt Wolgograd feiern in Wolgograd das Ende des Zweiten Weltkriegs. Foto: Ralf DöringInternationale Kulturarbeit: Das Osnabrücker Symphonieorchester und das Orchester der Stadt Wolgograd feiern in Wolgograd das Ende des Zweiten Weltkriegs. Foto: Ralf Döring

Man muss nicht mit allen Weichenstellungen der Großen Koalition einverstanden sein. Aber das neue „Staatsministerium für Internationale Kulturpolitik“ ist eindeutig ein Schritt in die richtige Richtung. Ein Kommentar.

Von wegen weicher Faktor. Mit dem „Staatsministerium für Internationale Kulturpolitik“ hat die Große Koalition den Stellenwert von Kunst und Kultur deutlich erhöht. Die Betonung dürfte dabei eindeutig auf der Politik liegen, klar. Die Regierung wird Kunst und Kultur nicht nur um ihrer selbst willen stärken. Das muss kein Manko sein, sondern folgt guter politischer Tradition.

Die Bundesrepublik hat Kultur von Beginn an als diplomatisches Instrument genutzt: Wo das politische Gespräch nicht mehr oder noch nicht möglich ist, erlaubt die Kultur eine Begegnung ohne protokollarische Zwänge. Das öffnet Türen, kann verhindern, dass sie komplett ins Schloss fallen und Gesprächsfäden abreißen. Wenn das internationale Klima frostiger wird, ist das ein wertvoller Faktor.

Aber auch auf rein kultureller Ebene erfährt der kulturelle Austausch eine neue Bedeutung. Denn je mehr die Welt zusammenwächst, desto wichtiger wird es, den anderen zu verstehen. Wirtschaftsbeziehungen bleiben da an einer profitorientierten Oberfläche. Die Kultur schürft tiefer und bringt so Menschen zusammen. Das macht sie so wichtig.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN