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Zweite Amtszeit Tom Buhrow als WDR-Intendant wiedergewählt

Von dpa

Tom Buhrow bleibt WDR-Intendant. Er sagt, er habe die nötige „Leidenschaft für den Laden“. Foto: Oliver BergTom Buhrow bleibt WDR-Intendant. Er sagt, er habe die nötige „Leidenschaft für den Laden“. Foto: Oliver Berg

Köln. Tom Buhrow ist WDR-Intendant und bleibt es. Der Rundfunkrat stimmte am Freitag für eine zweite sechsjährige Amtszeit. Der frühere „Tagesthemen“-Moderator will den größten ARD-Sender weiter umbauen. Denn: „Die digitale Revolution wartet auf niemanden.“

Tom Buhrow (59) kann bis 2025 Intendant des Westdeutschen Rundfunks bleiben. Er wurde am Freitag vom WDR-Rundfunkrat in Köln für die zweite Amtszeit gewählt. Von den 55 Stimmberechtigten votierten 50 mit Ja, vier mit Nein, außerdem gab es eine Enthaltung. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Buhrow sagte, er bringe die nötige „Leidenschaft für den Laden“ mit. Der WDR liege ihm am Herzen. Gerade deshalb sei der derzeitige tiefgreifende Umbau nötig: „Wir dürfen nicht stehen bleiben. Die digitale Revolution wartet auf niemanden.“

Im Mai 2013 war Buhrow erstmals für sechs Jahre gewählt worden. Diese erste Amtszeit läuft noch bis 2019. Die zweite Amtszeit des ehemaligen Washington-Korrespondenten und „Tagesthemen“-Moderators endet 2025.

Buhrow habe „aus Sicht der großen Mehrheit des Rundfunkrats eine gute Arbeit gemacht“, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsgremiums, Andreas Meyer-Lauber, der Deutschen Presse-Agentur. Der WDR befinde sich gerade in einer Phase des Wandels, und da sei Kontinuität an der Spitze wichtig: „Man soll die Socken nicht während des Laufens wechseln.“

Buhrow hatte sein Amt 2013 von Monika Piel übernommen, die aus Gesundheitsgründen vorzeitig ausgeschieden war. „Ich bring' die Liebe mit“, erklärte er damals. Schon wenig später musste er allerdings umfangreiche Reform- und Sparmaßnahmen ankündigen. „Im Klartext kommt der ganze WDR auf den Prüfstand“, sagte Buhrow, der selbst aus Troisdorf in der Nähe von Köln stammt.

Eine umstrittene Maßnahme im Rahmen der Einsparungen war der Verkauf der hauseigenen WDR-Kunstsammlung. Buhrow setzte außerdem einen „crossmedialen“ Umbau des Senders in Gang: Fernseh-, Hörfunk- und Online-Berichterstattung sollen immer mehr miteinander verwoben und so besser den veränderten Nutzergewohnheiten angepasst werden.

Vor dem Rundfunkrat benannte Buhrow am Freitag auch die Gegner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Europa. Er machte hier vier Gruppen aus: die kommerziellen Konkurrenten; diejenigen, die alle staatlichen Institutionen zurückdrängen und letztlich den „Nachtwächter-Staat“ wollten; Medienmächtige wie Berlusconi und Murdoch; und schließlich die „Ich bezahl' nur, was ich nutze-Fraktion“. Diese letzte Haltung würde im Endeffekt zu einer „kompletten Atomisierung der Gesellschaft“ führen, kritisierte Buhrow. 

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm gratulierte Buhrow zur Wiederwahl. „Ich freue mich, Tom Buhrow weiter als wichtigen und engagierten Partner an der Seite zu haben. Er hat bereits in seiner ersten Amtszeit viel im WDR bewegt, Programmreformen vorangebracht und scheut sich nicht vor Veränderungen“, so Wilhelm. „Dank seiner Tatkraft ist und bleibt der WDR ein Aushängeschild für die gesamte ARD.“

Der WDR ist mit mehr als 4000 festen Mitarbeitern und einem Etat von über einer Milliarde Euro pro Jahr die größte ARD-Anstalt und einer der größten Rundfunksender Europas.