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22.03.2018, 17:07 Uhr KOMMENTAR

Kassel will nicht Kulturhauptstadt werden: Vernünftige Entscheidung

Von Nina Brinkmann


Monument der verbotenen Bücher: Besucher betrachten auf der Documenta 14 in Kassel den „Parthenon of Books“ - durch den Ausstieg aus dem Bewerbungsprozess kann sich Kassel voll auf die nächste Documenta konzentrieren. Foto: dpaMonument der verbotenen Bücher: Besucher betrachten auf der Documenta 14 in Kassel den „Parthenon of Books“ - durch den Ausstieg aus dem Bewerbungsprozess kann sich Kassel voll auf die nächste Documenta konzentrieren. Foto: dpa

Osnabrück. Kassel ist raus aus dem Rennen um den Titel „Kulturhauptstadt 2025“ – und das freiwillig. Es ist eine vernünftige Entscheidung der Stadtoberen, sich aus dem Bewerbungsprozess zu verabschieden. Ein Kommentar

Alleine die Bewerbung hätte rund 70 Millionen Euro gekostet. Hinzu wären weitere hohe Millionenbeträge gekommen, um das ganze Vorhaben zu stemmen. Das ist Geld, das die Stadt besser für eigene kulturelle Projekte einsetzen kann.

Ein zusätzliches Budget, um im Bewerbungsverfahren zu bleiben, wäre schwer bis gar nicht aufzutreiben gewesen. Dafür findet Kultur zu wenig Unterstützung. Jedoch sollten die Kulturliebhaber in Kassel und Umgebung nicht deprimiert auf die Entscheidung schauen. Sie sollten vielmehr das Positive sehen: So haben die Verantwortlichen mehr Kapazitäten, um sich beispielsweise auf die „documenta“ zu konzentrieren. 2022 wird diese Ausstellungsreihe wieder in Kassel stattfinden.

Dadurch ist Kassel eigentlich ohnehin Kulturhauptstadt, sogar der ganzen Welt. Da kann die hessische Großstadt doch auf den europäischen Titel gut verzichten.


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