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20.03.2018, 18:05 Uhr KOMMENTAR

Neue Ausgrabungsfunde im Irak: Bescheidenheit gefragt

Von Nina Brinkmann


Ruinen eines 4000 Jahre alten sumerischen Hafens sind im Irak freigelegt worden. Das Bild zeigt die Umrisse eines sumerischen Gebäudes. Foto: Licia Romano/archaelogical mission/dpaRuinen eines 4000 Jahre alten sumerischen Hafens sind im Irak freigelegt worden. Das Bild zeigt die Umrisse eines sumerischen Gebäudes. Foto: Licia Romano/archaelogical mission/dpa

Osnabrück. Neue Ausgrabungsfunde im Irak zeigen erneut, dass es großartige Kulturleistungen auf der ganzen Welt gab. Deshalb darf man nicht arrogant auf Länder schauen, in denen Wurzeln der Hochkulturen liegen. Ein Kommentar.

Die Menschheit profitiert heute von großen Kulturleistungen auf der ganzen Welt. Das zeigt der Fund der Ruinen eines sumerischen Hafens im Südirak. Die Sumerer gelten als das Volk, das den ersten Schritt zur Hochkultur gemacht hat. Es erfand beispielsweise die Schrift und das Rad. Die Entdeckung des Hafens erklärt uns, wie fortschrittlich die Zivilisation insbesondere auch außerhalb Europas war.

In einer Zeit, in der der deutsche Minister für Heimat sagt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, sollten sich die Menschen eines in Erinnerung rufen: Auch wenn der Irak heute durch Kriege in weiten Teilen zerstört ist. Er gehört jedoch zu den Ländern, in denen ein Ursprung der Hochkultur und damit unserer Zivilisation liegt. Das sind eben auch Staaten, in denen der Islam heute die prägende Religion ist.

Deshalb sollten wir nicht den Fehler machen und arrogant auf die Länder schauen, in denen es heute vermeintlich keinen großen Fortschritt gibt. Der Nabel der Welt liegt aus unserer Sicht in Europa und der westlichen Welt.

Allerdings ist hier Bescheidenheit gefragt. Denn ohne die Hochkulturen, die in den muslimischen Ländern entstanden sind, würde auch unser Leben in Europa heute anders aussehen.


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