Kommentar: Sexismus Täter geraten unter Druck

Von Christine Adam

Will eine Beschwerdestelle gegen Machtmissbrauch finanziell unterstützen: Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Foto: dpaWill eine Beschwerdestelle gegen Machtmissbrauch finanziell unterstützen: Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Foto: dpa

Osnabrück. Es ist gut und nötig, dass das Schweigen über sexistische Übergriffe nun endlich aufhört. Wenn nach der Filmbranche nun die Buchbranche nach Machtmissbrauch in ihren Reihen fragt, wird es auch in anderen Arbeitsbereichen schwieriger, Sexismus zu ignorieren und gar zu verheimlichen.

Der öffentliche Druck auf Täter und solche, die es vielleicht noch werden wollen, steigt. Ein Übergriff am Arbeitsplatz nutzt in der Regel berufliche Abhängigkeiten aus. Um das Arbeitsverhältnis und vor allem den eigenen Arbeitsplatz zu retten, schweigen Opfer. Denn ein zu persönliches oder aber offen gestörtes Verhältnis kann die sachliche Zusammenarbeit nach und nach rettungslos vergiften.

In freier Wildbahn würde man sich schnell aus dem Weg gehen. In Arbeitszusammenhängen geht das nicht so leicht. Vielleicht finden die neuen Anlaufstellen für Betroffene Verfahren, wie sich Opfer und Täter in minder schweren Fällen verständigen können, ohne dass die Fetzen fliegen. Aber das entwürdigende Schweigen der Opfer muss in jedem Fall ein Ende haben. Sonst setzt sich der bisher gesellschaftlich geduldete Machtmissbrauch ungestört und in Unendlichkeit fort.