Kommentar Neues Erasmus-Programm: Hauptgedanke geht verloren

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Mittendrin zu sein und nicht nur von außen auf eine fremde Kultur zu schauen: Das sollte der Hauptgedanke von Erasmus bleiben. Foto: dpaMittendrin zu sein und nicht nur von außen auf eine fremde Kultur zu schauen: Das sollte der Hauptgedanke von Erasmus bleiben. Foto: dpa

Osnabrück. Seit 1987 fördert das Erasmus-Programm der Europäischen Union den Austausch von Studierenden und Hochschulmitarbeitern. Durch den Auslandsaufenthalt können junge Menschen ihre Karrierechancen erhöhen und sie erleben eine fremde Kultur. Doch mit der neuen Online-Version geht der Grundgedanke verloren. Ein Kommentar

Neben den 33 Erasmus-Plus-Ländern öffnet sich das Programm auch für Länder im Nahen Osten und Nordafrika. Das ist grundsätzlich eine gute Sache, da so noch mehr junge Menschen erreicht werden können.

Doch die Sache hat einen Haken. Der eigentliche Sinn von Erasmus ist es, bei einem Auslandsaufenthalt vor Ort Erfahrungen zu sammeln. Die Studierenden sind mittendrin und lernen die Kultur, die Vorzüge und auch die Eigenheiten eines fremden Landes hautnah kennen.

Durch die virtuelle Variante sitzen künftig Studenten auf dem Sofa vor ihrem Computer und sprechen über das Internet mit anderen jungen Menschen.

So werden zwar weiterhin die sprachlichen Kompetenzen auf beiden Seiten gefördert, das direkte Miteinander, das was Erasmus eigentlich ausmacht, fällt aber weitestgehend weg. Die jungen Leute schauen nur noch von außen auf die fremde Kultur und haben nicht die Möglichkeit, selbst ein Teil davon zu werden.


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