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13.03.2018, 16:38 Uhr KOMMENTAR

100 Prozent Schuld für James Levine?

Kommentar von Ralf Döring

Der Mann mit dem Handtuch: James Levine probt 1999 in der Münchner Philharmonie. Foto: Stephan JansenDer Mann mit dem Handtuch: James Levine probt 1999 in der Münchner Philharmonie. Foto: Stephan Jansen

Osnabrück. Nachdem sich die Missbrauchsvorwürfe erhärtet haben, hat die Metropolitan Opera James Levine gefeuert. Damit darf es die Met keinesfalls bewenden lassen. Ein Kommentar.

James Levine 100 Prozent Schuld, Metropolitan Opera null Prozent: So enden die Ermittlungen in Sachen Missbrauch durch den Stardirigenten. Wohl gemerkt die internen Ermittlungen, die das New Yorker Opernhaus selbst auf den Weg gebracht hat. Die Konsequenz: nach der vorläufigen Suspendierung Anfang Dezember nun die fristlose Kündigung.

Freilich hat auf der ehrwürdigen Met ein großes Druck gelastet: Es kursierten ja die Gerüchte, die Met hätte von den Missbrauchsfällen gewusst. Deshalb hat sie natürlich großes Interesse, sich von jeglicher Schuld reinzuwaschen. Und prompt kommen die Ermittler zu dem entsprechenden Ergebnis.

Gerüchte über Levines fatale Neigungen kursieren seit Jahrzehnten in der Szene. Da liegt die Vermutung nahe, dass ebendiese Szene auch Mechanismen entwickelt hat, um die schrecklichen Vorfällen zu vertuschen. Was folgt daraus? Nach dem Verlust der Unschuld sollte die klassische Musikszene dringend Konzepte entwickeln, um künftig Missbrauch vorzubeugen. Auch und gerade die Metropolitan Opera.


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