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09.03.2018, 16:47 Uhr KOMMENTAR

Rechte Verlage: Vielfalt nicht in Gefahr

Kommentar von Christine Adam

Gegen einen Ausschluss rechter Verlage von der Leipziger Buchmesse: Schiftsteller Uwe Tellkamp. Foto: dpaGegen einen Ausschluss rechter Verlage von der Leipziger Buchmesse: Schiftsteller Uwe Tellkamp. Foto: dpa

Osnabrück. Ein Ausschluss rechter Verlage von der Leipziger Buchmesse ist sicher nicht der richtige Weg in einer funktionierenden Demokratie – ein Kommentar.

Nur im kontinuierlichen Dialog werden sich tendenziell rassistische und menschenverachtende Haltungen mitten in unserer Gesellschaft modifizieren lassen. Sicher nicht durch Schweigen und Verbote. Insofern haben die beiden Schriftsteller Uwe Tellkamp und Durs Grünbein recht, wenn sie gegen einen Ausschluss rechter Verlage von der Leipziger Buchmesse plädieren.

Es ist sicher nicht der richtige Weg, der Stadt Leipzig mit einem Brief die Entscheidung darüber abzuverlangen, wie mit den Verlagen „Edition Antaios“ und anderen umgegangen werden soll. Mit welchem Recht können jetzt Studierende und Literaturinstitute den Ausschluss Andersdenkender verlangen, solange nichts Justiziables vorliegt? Zumal die Parolen von rechts außen die Vielfalt auf der Buchmesse nun wirklich nicht gefährden.

„Wehret den Anfängen“, diese aus der Zeit des Nationalsozialismus gezogene Lehre mag grundsätzlich berechtigt sein. Doch wir leben in einer funktionierenden Demokratie, die mit Extremismen aller Art immer noch fertig wird. Nicht aggressives Recht-haben-Wollen ist der Königsweg zur Verständigung, sondern Fragen nach den Gründen für Rassismus und Sexismus.


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