Kommentar: Facebook-Zensur Ein klein wenig peinlich

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Mitarbeiter sitzen im Löschzentrum von Facebook in einem Service-Center in Berlin an Computern. Foto: dpaMitarbeiter sitzen im Löschzentrum von Facebook in einem Service-Center in Berlin an Computern. Foto: dpa

Osnabrück. Was den Zensurfall für Facebook ein bisschen peinlich macht, ist die Tatasche, dass die Statuette aus dem österreichischen Ort Willendorf sage und schreibe 30000 Jahre alt ist. Das prähistorische Schönheits- und Schamempfinden dürfte also ein grundlegend anderes gewesen sein als unseres heute – ein Kommentar.

Zugegeben, die Venus von Willendorf sieht auffallend üppig aus. Aber nicht nur Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, sondern auch das Empfinden für Anstößiges. Was den Fall für Facebook ein bisschen peinlich macht, ist die Tatasche, dass die Statuette aus dem österreichischen Ort Willendorf sage und schreibe 30000 Jahre alt ist. Das prähistorische Schönheits- und Schamempfinden dürfte also ein grundlegend anderes gewesen sein als unseres heute.

Selbst wenn die nackte Frauenfigur für uns etwas Anstößiges hätte, so handelt es sich um Kunst und ihre Freiheit, den menschlichen Körper unbekleidet darzustellen. Diese Botschaft ist so vermutlich schon seit Jahrhunderten Kindern vermittelt worden.

Wirklich bedauerlich ist die Tatsache, dass sich das riesige Online-Netzwerk nicht erst einmal informiert, bevor es den Zensurstift ansetzt. Damit büßt es weiter an Vertrauenswürdigkeit ein. Ärger und Spott sind auch keine gute Publicity. Wenn die Facebook-Zensoren Pech haben, testen Mitglieder nun ihre kunsthistorische Sattelfestigkeit mit einer Flut von Nacktdarstellungen.


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