Kommentar: Millowitsch-Theater Gestern Schwank, heute Comedy?

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Publikumsliebling Willy Millowitsch 1999 während eines Gala-Abends in der KölnArena. Foto: dpaPublikumsliebling Willy Millowitsch 1999 während eines Gala-Abends in der KölnArena. Foto: dpa

Osnabrück. Auf eine 200-jährige Familientradition blickt das Kölner Millowitsch-Theater zurück. Gibt es nicht doch einen zeitgemäßen Dreh, wie diese vom Aus bedrohte Bühne fortgeführt werden kann?

Mit dem Stücktitel „Et kütt, wie et kütt“ im herrlichen Kölner Platt könnte man das drohende Aus für das Kölner Millowitsch-Theater hinnehmen. Betriebswirtschaftliche Engpässe, kein geeigneter Nachfolger für die Leitung und generell nachlassendes Interesse am Volkstheater: Das klingt, als sei die Zeit für diese Bühne abgelaufen. Doch wenn man sich die Geschichte des Familienbetriebs anschaut, dann stimmt das traurig. Auf fast 230 Jahre Spieltradition blickt die Familie Millowitsch zurück. Immer wieder entdeckte ein Sohn oder ein anderes Familienmitglied die Theaterleidenschaft in sich. Nach der Umstellung vom Stockpuppentheater auf lebendige Schauspieler und Platt überstand das Haus zwei Weltkriege und brachte schließlich den so überaus beliebten Volksschauspieler Willy Millowitsch hervor. Dessen Tochter Mariele erleben wir heute regelmäßig im Fernsehen.

Mag sein, dass das Publikum für volkstümlich-derbe Schwänke schrumpft oder von einem für mehr oder weniger derbe Comedy verdrängt worden ist. Kein Anlass also für Überheblichkeit, auch Humor unterliegt dem Wandel der Mode. Doch findet sich nicht doch noch ein Dreh, um diese traditionsreiche Bühne auf zeitgemäße Weise weiterführen zu können?


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