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03.03.2018, 05:53 Uhr KOLUMNE

Kontaktlos bezahlen? So idiotisch kann Werbung sein



Osnabrück. In unserer wöchentlichen Kolumne „Silberblick“ berichtet die Kulturredaktion über mehr oder weniger skurrile Beobachtungen aus Alltag und dem Kulturleben. In dieser Woche geht es um eine ziemlich hirnrissige Werbung fürs kontaktlose Bezahlen mit der Kreditkarte.

Werbung kann so inspirierend sein. So originell, witzig, unverkennbar, einmalig. Wer erinnert sich nicht an Werbeikonen wie Klementine, das HB-Männchen, Tilly oder die Bärenmarke? Nichts ist unmööööglich…

Werbung kann aber auch so daneben sein. So überzogen, idiotisch, hirnverbrannt, überflüssig. Wie jener Flyer einer Bank, der mir letzte Tage in die Hände fiel. „Freiraum ist einfach“ heißt es da in der Schlagzeile auf dem Deckblatt. Und: „Wenn durch schnelles, kontaktloses Bezahlen mehr Zeit fürs Leben bleibt.“ Dazu lächelt eine Blondine ihr Gegenüber über Kaffeetasse und Kuchenstück hinweg so zuckersüß an, dass ihm gar nichts anderes übrig bleibt, als sich schlagartig bis über beide Ohren zu verlieben.

Gehirnzellen abgebucht?

Beworben wird eine neue Kreditkarte, die nicht mehr in den Schlitz eines Lesegeräts geschoben werden muss, sondern nur ans Terminal gehalten wird – und schwupps ist das Geld weg. So ein Ding habe ich auch schon seit geraumer Zeit, funktioniert hat’s noch kein einziges Mal.

Der Flyer aber verspricht mir den Himmel auf Erden – allein durch die beim kontaktlosen Zahlen eingesparte Zeit. Mit Sprüchen wie „An der Kasse bezahlen heißt länger mit Mama und Oma spielen.“ Oder „Jede Sekunde Mittagspause zählt. Leichtes Essen, leichter Geldbeutel, schnelles Bezahlen“. Spätestens beim zweiten Lesen keimt ein Verdacht: Sind da jemandem beim kontaktlosen Zahlen womöglich ein paar Gehirnzellen abgebucht worden?

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