Poetische Liebesgeschichte Berlinale: unabhängige Jurys zeichnen „In den Gängen“ aus

Von dpa

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„In den Gängen“ mit Franz Rogowski und Sandra Hüller erhielt die Auszeichnungen der Ökumenischen Jury und der Gilde deutscher Filmkunsttheater. Foto: Britta Pedersen„In den Gängen“ mit Franz Rogowski und Sandra Hüller erhielt die Auszeichnungen der Ökumenischen Jury und der Gilde deutscher Filmkunsttheater. Foto: Britta Pedersen

Berlin. Noch wurden die Berlinale-Bären nicht vergeben. Doch die Liebesgeschichte "In den Gängen" darf sich schon jetzt über Auszeichnungen freuen. Zwei unabhängige Jurys haben ihn zum besten Film erklärt.

Wenige Stunden vor der feierlichen Bären-Verleihung hat der deutsche Berlinale-Wettbewerbsbeitrag „In den Gängen“ mit Franz Rogowski und Sandra Hüller zwei Preise der unabhängigen Jurys ergattert.

Die poetische Liebesgeschichte um zwei Wendeverlierer von Thomas Stuber erhielt am Samstagmittag die Auszeichnungen der Ökumenischen Jury und der Gilde deutscher Filmkunsttheater. Mehrere Jurys vergaben Auszeichnungen für Beiträge aus unterschiedlichen Sektionen des Berliner Festivals.

Stubers Film zeige den Alltag in einem Großmarkt in „einer lakonischen und humorvollen Weise und feiert den Humanismus“, hieß es zur Begründung von der Filmgilde. Dass der Film so angenommen worden sei, „das ist ein wunderbares Geschenk“, sagte der Regisseur sichtlich bewegt.

Der Amnesty International Filmpreis ging an die Dokumentation „Zentralflughafen THF“ über die Notunterkunft am stillgelegten Flughafen Berlin-Tempelhof von Filmemacher Karim Aïnouz. Mit in der Jury: Schauspielerin Friederike Kempter („Tatort“). Mit dem Panorama-Publikums-Preis für den besten Spielfilm und den besten Dokumentarfilm wurden „Profile“ beziehungsweise „The Silence of Others“ ausgezeichnet. Bereits am Vorabend war der schwul-lesbische Filmpreis Teddy an den brasilianischen Panorama-Beitrag „Tinta Bruta“ vergeben worden.

Festivaldirektor Dieter Kosslick zog ein positives Fazit der diesjährigen Berlinale: „Die Menschen hatten Freude daran, Kino zu zelebrieren“, sagte Kosslick, der ein „starkes Statement für das Kino, aber auch für das Publikum“ ausgemacht hat. Die MeToo-Debatte um Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt habe das Festival ebenfalls geprägt. Die Berlinale sei eine gute Plattform für die Diskussion gewesen - nicht zuletzt wegen der gezeigten Filme. Und die Debatte werde sicher weitergehen, meinte Kosslick mit Blick auf die Oscar-Verleihung im März.


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