Trump und Terrorangst Acht Stücke konkurrieren um Mülheimer Dramatikerpreis

Von dpa

Acht jüngst uraufgeführte Stücke sind zum Festival „Stücke 2018“ nach Mülheim eingeladen. 

            

              
                Foto: dpaAcht jüngst uraufgeführte Stücke sind zum Festival „Stücke 2018“ nach Mülheim eingeladen. Foto: dpa

Mülheim/Ruhr. Acht neue Theaterstücke dürfen sich demnächst in Mülheim Hoffnung auf eine der wichtigsten Bühnen-Auszeichnungen machen: Den Dramatikerpreis. Zum 43. Mal wird er verliehen. Erneut dabei ist Elfriede Jelinek - mit ihrem Trump-Stück „Am Königsweg“.

Terrorangst, Trump und andere Verunsicherungen kommen in diesem Jahr bei den 43. Mülheimer Theatertagen (12. Mai bis 2. Juni) auf die Bühne. Acht deutschsprachige, jüngst uraufgeführte Stücke sind zum Festival „Stücke 2018“ nach Mülheim eingeladen, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Am Ende der Theatertage bestimmt eine Jury, welcher Autor den mit 15000 Euro dotierten Mülheimer Dramatikerpreis erhält. Veranstalter des Festivals sind die Stadt Mülheim und das Kulturministerium des Landes Nordrhein-Westfalen.

Bereits zum 19. Mal seit 1976 ist Elfriede Jelinek in Mülheim vertreten, diesmal mit „Am Königsweg“. In dem mittlerweile an zahlreichen Bühnen gespielten Stück nimmt die österreichische Nobelpreisträgerin den amtierenden US-Präsidenten ins Visier und fragt nach den Hintergründen seiner Wahl. Eingeladen wurde die Inszenierung des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. Jelinek hat den Mülheimer Dramatikerpreis bereits vier Mal erhalten.

Zwei Autoren und eine Autorin sind erstmals in Mülheim vertreten, darunter Ibrahim Amir, ein im syrischen Aleppo geborener Autor und Arzt. Seine Komödie „Homohalal“ spielt im Jahr 2037 in Deutschland. Mit viel schwarzem Humor geht es um einen islamischen Vater und ehemaligen Flüchtling, der nicht mit der Homosexualität seines Sohnes zurechtkommt. In „Beben“ von Maria Milisavljevic ist die allgegenwärtige Terrorangst das Thema. Sechs Sprecher berichten etwa von Selbstmordattentätern, Amokläufern oder einem Soldaten, der ein Kind erschossen hat und Gewissensbisse bekommt.

Für die Nominierung hatte ein aus fünf Kritikern bestehendes Auswahlgremium insgesamt 150 Theatertexte geprüft und 80 Aufführungen besucht. „In vielen der Texte beschäftigen Autoren sich mit der Krisenhaftigkeit einer zunehmend deregulierten und von Autokraten regierten Welt“, sagte Juror Jürgen Berger. „Die Welt, so der Eindruck, ist aus den Fugen.“

Eingeladen ist auch „Hotel Strindberg“ von Simon Stone, das aktuell am Burgtheater Wien läuft. Festivalleiterin Stephanie Steinberg äußerte sich allerdings skeptisch, dass die fünf Stunden dauernde Inszenierung in Mülheim aufgeführt werden kann. Grund ist vor allem die Größe des Bühnenbildes, das ein dreistöckiges Hotel darstellt. Wird das Werk nicht in Mülheim aufgeführt, fällt es auch aus dem Wettbewerb.

Nominiert wurden auch fünf Theaterstücke für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren wie etwa „Mr. Handicap“ von Thilo Reffert, ein Stück über Inklusion. Das beste Werk für Kinder bekommt den „KinderStückePreis“, der mit 10000 Euro dotiert ist.