Auftritt in Osnabrück-Halle Abend mit Gerburg Jahnke: Für jeden Humor etwas dabei

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Spielt mit Gestik und Mimik: Gerburg Jahnke unterhielt das Publikum in der Osnabrück-Halle mit absurdem und politisch-gesellschaftlichem Kabarett. Foto:

            

              
                Egmont SeilerSpielt mit Gestik und Mimik: Gerburg Jahnke unterhielt das Publikum in der Osnabrück-Halle mit absurdem und politisch-gesellschaftlichem Kabarett. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Die Kabarettistin Gerburg Jahnke hat am Sonntag in die Osnabrückhalle eingeladen. Gekommen sind vier weitere Komikerinnen für die Bühne. Gekommen sind auch zahlreiche Zuschauer: Der Europasaal war fast vollständig besetzt.

Sie würde tanzen, behauptet La Signora, wenn sie sich hüftwackelnd und mit den Armen die Luft wischend über die Bühne bewegt. Sie singt auch. Zumeist klingt das auch so, in dem Fall aber eher nicht. Macht nichts, denn bei diesem Stück hat das Publikum den meisten Spaß: Abzählreime und Kinderlieder hängt die Komikerin mit italienischen Wurzeln aneinander. Der Plumpsack, der umgeht, Empompie, Kolonie, Kolonastik, die liebe Laurentia mein, die kleine Micky Maus, die sich mal die Hosen auszog – es braucht nur wenige Worte, bis die Gäste mit einstimmen und sich immer weiter in ihr persönliches Kindheits-Revival hinein steigern.

„Gerburg Jahnke hat eingeladen...“, heißt das Programm, mit dem die Kabarettistin seit zehn Jahren mit wechselnden Begleiterinnen die Zuschauer vor den Fernseher und in die Veranstaltungshallen lockt. In diesem Fall wird sie von vier weiteren Komikerinnen unterstützt: Neben La Signora sind das Sia Korthaus, Daphne de Luxe und Patrizia Moresco.

Für jeden Humor ist etwas dabei. Wer sich davon gerade nicht angesprochen fühlt, kann sich darüber wundern, was andere Menschen komisch finden. Witze unter der Gürtellinie in Dauerschleife beispielsweise, die sprachlich derbe ausgewalzt werden, wie Daphne de Luxe es gerne tut.

Auch Gerburg Jahnke landet hin und wieder bei der unteren Körperhälfte. Sie belässt es aber überwiegend bei Andeutungen, die sie mit Mimik und Gestik unterstreicht. Den Rest erledigt die Fantasie des Zuschauers. Mehr braucht es nicht, um auf elegante Weise Lacher zu erzeugen.

Auch politisch-gesellschaftlich wird es hin und wieder bei der Gastgeberin. Oder absurd. Wenn sie zum Beispiel die Aktion des Möbelhauses Ikea schildert, mit der Schwangere in Schweden den Preis für ein Kinderbett um 50 Prozent reduzieren können: Sie sollen auf die Werbeanzeige des Möbelhauses pinkeln. Bestätigt der darin verborgene Test ihre Schwangerschaft, können sie die Anzeige quasi als Gutschein beim Einkauf vorlegen. „Das tropft doch dann“, resümiert Jahnke das und ergänzt: „Ich hoffe, die scheißen drauf.“

So plätschert der Abend gute zweieinhalb Stunden dahin, der mal mit Vorurteilen zwischen den Geschlechtern spielt und sie manchmal auflöst. Auch das kommentiert Gerburg Jahnke gekonnt augenzwinkernd: „Mir tut es ja auch weh, so gemeine Sachen zu sagen, aber ihr zahlt ja so viel Geld dafür.“


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